22.11.2022 - 3.1 Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Oberha...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.1
- Sitzung:
-
15. Sitzung des Sozialausschusses
- Gremium:
- Sozialausschuss
- Datum:
- Di., 22.11.2022
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Antragsvorlage
- Federführung:
- CDU-Fraktion
- Bearbeitung:
- Meike Tekaat
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Beratung
Frau Willershausen (Vorsitzende der Oberhausener Tafel), Frau Schiffmann (Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Tafelkirche) sowie Frau Wittmann (Verein zur Förderung der Tafelkirche) stellen die Situation der Oberhausener Tafel vor.
Frau Willershausen berichtet zur Oberhausener Tafel:
Derzeit engagieren sich etwa 80 ehrenamtliche Mitarbeiter.
Der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter liegt bei 65 bis 70 Jahren.
Die Tafel unterstützt über 4.000 Menschen, davon ca. 1.800 Geflüchtete aus der Ukraine.
Wöchentlich kommen 10 - 20 Neuanmeldungen hinzu. Gründe hierfür sind der Krieg in der Ukraine und die zunehmende Verarmung durch Inflation und Energiekrise.
In den letzten Jahren haben sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter von 110 auf 80 Mitarbeiter reduziert. Grund hierfür ist das hohe Alter der Mitarbeiter und die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona Virus.
Die Neuanwerbung von Mitarbeitern stellt sich aufgrund der körperlich anstrengenden Arbeit als schwierig dar.
An 6 Tagen in der Woche werden Lebensmittel abgeholt und sortiert.
An 4 Tagen in der Woche werden Lebensmittel für je 4-5 Stunden ausgegeben.
Es werden 14 Schulen und Kindergärten mit Obst und Gemüse beliefert.
Die durchschnittliche Arbeitszeit der Mitarbeiter beträgt ca. 8 - 10 Stunden täglich.
In nächster Zeit stehen Neuanschaffungen in Höhe von ca. 40.000 Euro für eine Kistenwaschanlage und ein Rollschienensystem an. Außerdem sind die durch die Energiekrise erhöhten Kosten für den Kraftstoffverbrauch, die Beheizung des Gebäudes sowie die Stromkosten kaum zu tragen. Auch hat die Spendenbereitschaft durch die Energiekrise nachgelassen. Ohne kommunale Unterstützung kann die Oberhausener Tafel die ständige Mehrbelastung nicht mehr lange aus eigenen Mitteln bewältigen.
Herr Girrullis (Bürgermitglied (Bgm.)) bedankt sich für den Vortrag und vor allem für die wertvolle Arbeit, die auch einen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung leistet. Erschreckenderweise werden die Schlangen vor den Tafeln immer länger. Daher befürwortet er die Unterstützung der Oberhausener Tafel.
Herr Telli (Bgm.) bedankt sich ebenfalls für den Vortrag und die Arbeit, die dort geleistet wird und teilt die Auffassung von Herrn Girrullis. Er stimmt künftigen Unterstützungen durch die Verwaltung zu.
Herr Stadtverordneter (Stv.) Broß bedankt sich für die von der Tafel geleistete Arbeit und die genannten Hintergrundinformationen. Die Armut weitet sich immer mehr aus, sodass er die Unterstützung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sieht.
Herr Büschken (Bgm.) fragt nach, ob der Personalbedarf konkretisiert werden kann und in der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden kann. Außerdem fragt er nach, ob die Ausgabe konfliktfrei vonstattengeht.
Herr Koch (Bgm.) bedankt sich für den Bericht und fragt nach, ob es Möglichkeiten bzw. Systeme gibt, um den Verfahrensablauf zu vereinfachen.
Herr Girrullis (Bgm.) teilt mit, dass in den letzten Monaten über das Thema Arbeitsgelegenheiten diskutiert wurde und hält die Unterstützung der Oberhausener Tafel durch arbeitssuchende Menschen für eine sinnstiftende Arbeitsgelegenheit. Hierzu möchte er sich in der Trägerversammlung des Jobcenters austauschen.
Frau Schiffmann teilt mit, dass überwiegend Fahrer abgefragt werden. Außerdem wurde ein Modell entwickelt, wonach die Einsatzmöglichkeiten von Interessierten abgefragt werden.
Frau Willershausen ergänzt, dass die Tafel zur Akquise von ehrenamtlichen Helfern mit Radio Oberhausen, dem Wochenanzeiger und der WAZ in Kontakt steht und Flyer an verschiedenen Orten ausgelegt hat. Jede anfragende Person kann auch stundenweise eingesetzt werden. Die anfänglich genannte Arbeitszeit von ca. 10 Stunden täglich wird von den langjährigen Mitarbeitern geleistet.
Frau Schiffmann erläutert zur Frage von Herrn Büschken, dass die Ausgabe der Lebensmittel zwar überwiegend konfliktfrei verläuft, jedoch oftmals mit Ungeduld der Kund*innen einhergeht. Der Großteil der Menschen ist jedoch dankbar. Durch die Zunahme von ukrainischen Geflohenen treten Verständigungsschwierigkeiten auf, die jedoch meistens mit Hilfe von anderen Ukrainer*innen beseitigt werden können.
Bezüglich der langen Warteschlangen teilt sie mit, dass zwar eine Zunahme von aufsuchenden Menschen zu verzeichnen ist, die sich aufgrund des Ukrainekrieges noch erhöht hat, die Menschen jedoch aufgrund der Abstandsregeln infolge von Corona nicht alle in dem Innenhof Platz haben. Über die Vergabe von Nummern wird bereits nachgedacht.
Herr Telli (Bgm.) wird ein gemeinsames Gespräch in der Trägerversammlung des Jobcenters anregen, um Möglichkeiten der Hilfe zu eruieren. Außerdem wird er Kontakt mit dem Kommunalen Integrationszentrum aufnehmen, damit auch von dort Hilfestellungen gegeben werden können.
Herr Stv. Broß bietet sich als Fahrer für die Oberhausener Tafel an, da hierfür ein konkreter Bedarf angemeldet wurde.
Frau Schiffmann teilt zum Förderverein der Tafelkirche mit, dass das Tafelgebäude zentral gelegen ist und somit gut erreichbar ist. Daher wurde der Förderverein gegründet, für den bereits viele Mitglieder gewonnen werden konnten.
Frau Wittmann gibt einen Sachstandsbericht zum Förderverein sowie zur Tafelkirche anhand einer Powerpoint Präsentation. Die Präsentation ist der Niederschrift beigefügt.
Herr Girrullis (Bgm.) bedankt sich für die Präsentation und dafür, dass das Gebäude mit Hilfe des Fördervereins erhalten bleibt, da es sich um ein für das Quartier prägendes Gebäude handelt, in dem Kirchenarbeit mit Quartiersarbeit stattfindet.
Herr Stv. Broß erläutert, dass sich die Kirche als Ort der Begegnung etabliert hat und daher alle Initiativen, die sich dafür einsetzen, unterstützt werden sollen.
Anlagen
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(wie Dokument)
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1 MB
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