02.06.2016 - 6 Pflege- und Entwicklungskonzept für die Rotbach...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
Reduzieren

Beratung

Dr. Keil von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiert (BSWR) stellt zu Beginn seiner Ausführungen zur Rotbachaue den thematischen Bezug her, dass es sich bei diesem Areal um Wildnisgebiete mit eigenständiger Entwicklung von Flora und Fauna handelt.

Aufgrund ihrer Eigenschaft als wichtiges Naherholungsgebiet ergibt sich für den Hiesfelder Wald und das Rotbachgebiet jedoch das Problem eines hohen Besucherdrucks, der sich unter anderem in ausgetretenen Trampelpfaden (insbesondere nach Regenfällen) oder auch in Mountainbikestrecken abseits der Hauptwege zeigt.

Da auch die bereits ergriffenen Maßnahmen (Absperrungen von Uferbereichen mit Holzgeländern) nicht zum beabsichtigten Ergebnis führten, musste gehandelt werden, stellt Herr Keil fest, denn beim Rotbach geht es immerhin um ein Referenzgewässer in NRW. Nach gemeinsamer Aufgabendefinition der beteiligten Fachbehörden und Durchführung umfangreicher Bestandsaufnahmen durch die BSWR wurden sowohl Empfehlungen zu Pflegemaßnahmen als auch zur Besucherlenkung erarbeitet.

Der Vorschlag für die Rotbachaue lautet demnach, die zentralen und ökologisch empfindlichen Bereiche für den zentralen Naturschutz vorzuhalten und die anderen weniger empfindlichen Bereiche für die breite Bürgerschaft zu belassen.

In diesem Kontext werden Wegabschnitte am Unterlauf des Rotbaches und im Bereich des Buchenbaches verbessert und attraktiver gestaltet, wobei die besucherlenkenden Maßnahmen in Form von sorgfältig befestigten Naturwegen und natürlichen Sperrungen mit Baumstämmen und Ästen erfolgen. Der Bau einer Brücke über den Rotbach (inklusive Zuwegung) bewirkt zudem eine Ertüchtigung der allgemeinen Wegesituation.

Durch vereinzelte Handläufe hier und da sowie durch naturverträgliche Maßnahmen geschützte Wildgebiete, sollen sensible Bereiche für die breite Masse der Besucher unzugänglich sein, führt Dr. Keil aus. Er stellt heraus, dass der Bürger über das weitere Vorgehen bei der Konzeptumsetzung umfassend informiert wird und schließt mit dem Hinweis, dass analog zur Präsentation des Konzeptes in den entsprechenden Gremien auch eine Bürgerbeteiligung in Form einer Informationsveranstaltung erfolgt.

 

Herr Flore bedankt sich für die Ausführungen und hinterfragt anhand des Begriffes „Naturerfahrung“, wieviel Prozent davon nach Umsetzung des Konzeptes für den Bürger noch verbleibt. Er fügt zudem die Frage hinzu, ob die Wegegestaltung problematisch für die Umsetzung des Waldbrandkonzeptes ist, was für den Notfall eine Wasserentnahme aus dem Gewässer vorsieht.

 

Dr. Keil erklärt, dass die Einschränkungen für die Bürgerschaft erträglich bleiben. In Bezug auf die Zusatzfrage stellt er fest, dass die Wasserentnahme durch die Feuerwehr in einem Notfall im erstellten Konzept noch nicht berücksichtigt wurde.

 

Herr Runkler möchte wissen, ob bei der Neugestaltung der Wege im Rotbachgebiet noch Naherholungsbereiche vorgesehen sind.

 

Darauf eingehend weist Herr Keil darauf hin, dass dies aufgrund der Geländestruktur sehr schwer umzusetzen ist. Er greift diese Anregung jedoch gerne auf.

 

Herr Karschti fragt nach, ob hier nicht Naturdenkmale geschützt werden müssten und ob generell Kosten bei der Konzeptumsetzung zu erwarten sind.

 

Dr. Keil erklärt, dass eine Naturdenkmalliste im Wald schwierig umzusetzen ist. Angesichts der Besitzverhältnisse ist es so, dass sich keine Kosten für die Stadt Oberhausen ergeben.

 

Herr Mellis erkundigt sich danach, inwieweit die Wegebeschaffenheit rollstuhlgerecht ausgelegt werden kann. Er wird auch den Behindertenbeirat noch mit dieser Frage betrauen.

 

Herr Bandel beurteilt das Pflege-und Entwicklungskonzept für die Rotbachaue sehr positiv. Er betrachtet es jedoch als unmöglich, die Menschen aus dem Rotbachtal herauszuhalten, da die Attraktivität bestimmter Bereiche dort nicht wegzubekommen ist. Die dargestellte Abgrenzung hält er für zu knapp gezogen.

Er gibt ergänzend den Hinweis, dort anzubringende Schilder möglichst einfach zu gestalten, um allen Besuchern unmissverständlich klarzumachen, dass es hier um wichtigen Naturschutz geht.

 

Herr Nakot bedauert den Umstand, die Menschen aus dem angesprochenen Bachbereich herauszunehmen, da hiermit vor allem den Kindern die Möglichkeit genommen wird, eine einzigartige Naturerfahrung zu machen. Daher stelle sich für ihn die Frage, welche Verbesserungen sich durch die Konzeptumsetzung wirklich ergeben.

 

Dr. Keil erwidert daraufhin, dass etwas mehr als die Hälfte der Rotbachaue weitgehend besucherfrei gehalten wird, während der Bach am Unterlauf und im Bereich des Buchenbaches erlebbar bleiben wird. Er weist nochmals darauf hin, dass es vor allem darum geht, den enormen Druck aus dem Gebiet herauszunehmen, der sich durch die aktuellen Besuchermassen ergibt.

 

Aufgrund des lebhaften Diskurses zu diesem Thema macht der Vorsitzende abschließend den Vorschlag, im Herbst eine Exkursion zum Rotbachgebiet durchzuführen, insbesondere mit Blick auf die Gestaltung des Wegenetzes.

 

Der Umweltausschuss nimmt die Drucksache M/16/1705-01 zur Kenntnis.

 

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?TOLFDNR=105667&selfaction=print