29.10.2015 - 3.2 HSP 2012 ff., Maßnahme 115, Konzeption zur Neug...

Beschluss:
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Beratung

Herr Wulf von der Bergischen Universität Wuppertal stellt die Sporthallenkonzeption anhand einer Power-Point-Präsentation vor. Dabei weist er besonders auf die gute Auslastung der Oberhausener Sport- und Turnhallen mit rund 85 Prozent hin. Einen Puffer von rund 15 Prozent sollte jede Kommune für ihre Sporthallen vorhalten. Allein deshalb, um z. B. bei anfallenden Instandsetzungsmaßnahmen den Nutzern schnell andere Hallen anbieten zu können.

 

Herr Stadtverordneter Kösling bedankt sich bei Herrn Wulf für dessen Ausführungen. Der Schlussbericht biete eine vernünftige Grundlage für künftige politische Entscheidungen. Dieses gute Arbeitspapier, so Herr Kösling weiter, macht deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten gehalten werden müssen und nicht abgebaut werden dürfen. In etwaige Überlegungen, Problemstandorte wie beispielsweise Gymnastikräume aufzugeben, sollte im Gegenzug die Schaffung neuer Sportstätten unbedingt miteinbezogen werden. Herr Kösling richtet abschließend die Frage an Herrn Wulf, warum die Ermittlung des Schulsportanteils in den Oberhausener Bädern keine Berücksichtigung im Bericht findet, zumal vom Schulsport genutzte bzw. ihm zugewiesene Bahnen pro Stunde bekannt sind.

 

Herr Stadtverordneter Karschti sieht in Anlehnung des vorliegenden Berichts eine schwierige Aufgabe auf die sportpolitischen Entscheidungsträger zukommen. Die Sportstätten liegen vom Alter her über dem Landesdurchschnitt. Eine Planungsperspektive zunächst bis zum Jahr 2025 müsse erweitert werden. Herrn Karschti fällt auf, dass sich die Hallenlandschaft in Oberhauen fast durchweg in städtischem Eigentum befindet. Abschließend fordert er, den so genannten „freien Gruppen" Angebote in Sport- und Turnhallen zur Verfügung zu stellen.

 

Herr Stadtverordneter Nakot erkennt in dem Schlussbericht ein riesiges Datenvolumen. Schon jetzt lasse sich daraus ableiten, dass die Stadt Oberhauen über viele alte und damit auch zum Teil intensiv sanierungsbedürftige Sport- und Turnhallen verfügt. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und nach Prüfung dieser könnte ein Neubau einer umfangreichen Sanierung vorgezogen werden. Einerseits sind von der Sportverwaltung bereits verschiedene Sportarten an bestimmten Standorten konzentriert worden. Andererseits fehlen lt. seiner Auffassung konkrete Vorschläge wie seinerzeit bei der Sportplatzkonzeption. Herr Nakot fragt, wie es nun weiter geht.

 

Herrn Aksünger interessiert, wie man zur Erkenntnis gekommen ist, dass in den nächsten Jahren die Zahlen der aktiven Sportlerinnen und Sportler bei Ballsportarten rückläufig sind.

 

Herr Wulf erklärt den Rückgang anschließend mit Prognosen des Landes Nordrhein-Westfalen und die Datenerhebungen des statistischen Bundesamtes („Zensus"). Dazu wurden Einwohnerbefragungen in Bottrop und Mülheim an der Ruhr zu Entwicklungen von Sportarten durchgeführt. Dieser Trend lässt sich auch auf Oberhausen übertragen.

 

Zum Thema Schulschwimmen informiert Herr Wulf, dass sich dieses anhand des vorliegenden Datenmaterials sehr gut quantifizieren lässt. Allerdings ließen sich die zugewiesenen Stunden nicht auf jeden Schulstandort herunter brechen. Die Aufgabenstellung für die Uni Wuppertal galt ohnehin nur den Sport- und Turnhallen einschließlich der Gymnastikräume.

 

Herr Wulf führt weiter aus, dass in Oberhausen insgesamt vier Vereine über eigene Sport- bzw. Turnhallen verfügen. Eigentümer von Sportstätten sind der TuS 87/97 Alstaden e. V., Turnclub 1869 Sterkrade e. V., Turnerbund Osterfeld 1911 e. V. und Turnerbund Oberhausen 1889 e. V. Darüber hinaus halten weitere Vereine kleinere, geschlossene Sporträume vor.

 

Die Frage „Neubau oder Sanierung?" müsste jeweils im Einzelfall geprüft werden. Möglicherweise könne die Stadt Oberhausen das in nächster Zeit anlaufende sog. „Konjunkturpaket III" nutzen, um Projekte im Bereich der Sporthallen auf den Weg zu bringen.

 

Eine Nutzung der Sportstätten nach 22 Uhr gilt nicht generell, sondern soll je nach Bedarf geprüft werden. Nach den Bestimmungen der Benutzungs- und Entgeltordnung für die Sportstätten der Stadt Oberhausen ist eine Nutzung von Sporthallen nach 22 Uhr grundsätzlich möglich.

 

Zur kritischen Bemerkung Herrn Nakots, im Schlussbericht zur Sporthallenkonzeption fehlen konkrete Vorschläge, erklärt Herr Wulf, dass sich die Situation der Sport- und Turnhallen schwieriger gestaltet als seinerzeit auf Sportfreianlagen. Ein Hauptproblem hier sind die Schulen, die andere Maßnahmen und Pläne priorisieren. Der Vereinssport wird vielfach nur nachrangig wahrgenommen.

 

Herr Reuschenbach ergänzt, dass in dem seinerzeit durch die Sporthochschule Köln vorgelegten Bericht zur Neugestaltung der Sportplatzlandschaft bereits Vorschläge aufgezeigt waren, wie sich die Sportplatzlandschaft neu gestalten ließe. In der danach durch die Sportverwaltung erarbeiteten Sportplatzkonzeption wurden der Politik Vorschläge gemacht, einige marode, abgängige Sportplätze zu schließen und dafür andere zu modernisieren und aufzuwerten. Ein gravierender Unterschied zum damaligen Bericht „Sportplätze" sei es, dass bei den Sporthallen keine Überkapazitäten durch die Uni Wuppertal festgestellt wurden. Darüber hinaus müsse der im kommenden Jahr zu verabschiedende Bildungsplan abgewartet werden, um festzustellen, ob im Zusammenhang mit möglichen Schulschließungen auch Schulturnhallen von einer Schließung betroffen sind. Das Thema „Sportentwicklungsplanung" sei zudem ein ständiger Prozess, in dem auf Veränderungen schnell reagiert werden müsse.

 

Für Herrn Beigeordneten Motschull stellt der Schlussbericht der Sporthallenkonzeption keinerlei Ansatz dar, Standorte aufzugeben. Vielmehr seien die vorhandenen Standorte von Turnhallen aufzuwerten. Auch die Situation in den jeweiligen Hallen müsse weiter überprüft werden. Der Vorschlag der FoKoS, Vereine als Sporthallenpaten einzusetzen, sei ein erster positiver Schritt und dazu geeignet, die Sporthallensituation weiter zu optimieren. Dies gelte auch für die Konzentration von Belegungszeiten in Sport- und Turnhallen. Die seitens der Uni Wuppertal vorgelegten Handlungsempfehlungen werden von der Verwaltung zeitnah geprüft. Auch die im Rahmen des Haushaltssanierungsplans vorgegebenen Einsparungen in Bereichen des Sports müssen bei der weiteren Diskussion beachtet werden.

 

Herr Wulf empfiehlt den für den Sport Verantwortlichen, die Interessen des Sports bei der Diskussion über den neuen Bildungsplan zu vertreten.

 

Herr Bürgermeister Broß plädiert für eine weitere Optimierung bei den Belegungszeiten. Dies sei bereits durch die Konzentration der Sportarten Handball, Fechten u. a. in dafür ausgewählten Sporthallen erfolgreich geschehen. Eine einheitliche Vergabe von Sportstätten, so Herr Broß weiter, sollte angestrebt werden. Darüber hinaus sollte der Neubau einer Sport-/Turnhalle einer kostspieligen Sanierung vorgezogen werden, wenn diese aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr macht.

 

Herr Stadtverordneter Rubin erklärt, dass der Status Quo erhalten bleiben muss. Durch die Flüchtlingsproblematik sind Kapazitäten weggebrochen. Des Weiteren verändern sich die Situationen an Schulen, z. B. durch Schließung. Der Blick müsse deshalb darauf gerichtet sein, wie man sich in den nächsten zehn oder 20 Jahren aufstellen möchte. Herr Rubin gibt zu verstehen, dass die derzeitige Organisationsform unter Beteiligung Schulverwaltung, Sportverwaltung und OGM GmbH überdacht werden sollte. Zudem schlägt er vor, den Bericht zur Sporthallenkonzeption auch dem Schulausschuss vorzustellen.

 

Herr Stadtverordneter Axt stellt die Forderung nach energetischen Sanierungen, sofern Maßnahmen an Dächern, Heizungsanlagen etc. anstehen. Dies spare auf Dauer Kosten.

 

Herr Bürgermeister Broß richtet die Frage an die Verwaltung, inwieweit den Vereinen nach Schließung der Turnhalle Landwehr mit Ersatzzeiten in anderen Hallen geholfen werden konnte.

 

Herr Reuschenbach informiert darüber, dass die Sportverwaltung allen Vereinen, die bisher Nutzer der Turnhalle Landwehr waren, Trainings- und Wettkampfzeiten in anderen Sport- und Turnhallen anbieten und zur Verfügung stellen konnte. Neben den in der Anlage 2 der Vorlage aufgeführten und bereits verlegten Vereinen konnten zwischenzeitlich weiteren Sportgruppen alternative Sportstätten zugewiesen werden.

 

Übersicht:

 

BKV (SG Hibernia)=>zur Turnhalle Heinrich-Heine-Gymnasium

RW Oberhausen (2 x „Alte Herren")=>zur Turnhalle Heinrich-Heine-Gymnasium

RW Oberhausen (Junioren)=>zur Turnhalle Wehrstraße (Oberhausen Kolleg)

Oberhausener Turnverein=>zum Gymnastikraum Elsa-Brändström-Gymnasium.

 

Herr Beigeordneter Motschull erklärt, dass im Moment allen Turnhallennutzern, die aufgrund der Flüchtlingsthematik ihre Hallen verlassen mussten, geholfen werden konnte. Allerdings könne die Verwaltung ein, zwei weitere Schließungen von Turnhallen nicht mehr kompensieren.

 

Herr Bürgermeister Broß bedankt sich abschließend bei der Verwaltung für die schnelle Hilfe im Sinne des Schul- und Vereinssports.

 

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Anlagen zur Vorlage

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