24.09.2015 - 5 Besucherlenkung in der Rotbachaue Pflege- und E...

Reduzieren

Beratung

                        Herr Hüttner weist in einer kurzen Einführung auf diesen sensiblen Landschaftsraum hin. Die in der Vergangenheit vorgenommenen Versuche einer Besucherlenkung waren leider nicht immer erfolgreich, so dass die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) nun ein umfassendes neues Konzept erarbeitet.

 

                       Frau Unseld und Herr Dr. Keil erläutern die zwischen den Jahren 2004 und 2015 von der BSWR durchgeführten Bestandserhebungen im FFH-Gebiet Hiesfelder Wald und Kirchheller Heide (Bottrop). Insgesamt wurden 20 Pflanzensippen (darunter Königs- und Rippenfarn) und zahlreiche Tierarten (z. B. Eisvogel, Gebirgsstelze, Kleinspecht, Grasfrosch, Erdkröte, Berg-, Teich- und Fadenmolch, Feuersalamander) entdeckt.

 

                       Aufgrund der Erholungsnutzung steht die gesamte Rotbachaue unter hohem Besucherdruck. Die ungeregelte Nutzung durch Fußgänger, Pferde- und Hundehalter sowie Mountain-Biker und Radfahrer hat zu nicht unerheblichen Schäden überwiegend im nördlichen Teilbereich geführt. An zahlreichen Stellen ist die Uferböschung abgebrochen und der Waldboden verdichtet. Die BSWR schlägt zur Pflege und Entwicklung dieses Bereiches die Einrichtung von Zonen vor, die entweder für die Erholungsnutzung reserviert oder vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Insbesondere sollen keine neuen Wege mehr gebaut und die bereits vorhandenen Pfade verengt werden. In den vernässten Bereichen kann über Trittsteine oder die Aufstellung von Handläufen eine Besucherlenkung erfolgen. Der Bau einer dritten Brücke über den Rotbach könnte ebenfalls zu einer Entlastung führen. Eine verbesserte Beschilderung in Zusammenarbeit mit einer qualifizierten Öffentlichkeitsarbeit rundet das Konzept ab. Das Maßnahmenkonzept soll nun noch in weiteren Gremien vorgestellt und auch mit der Stadt Bottrop abgestimmt werden.

 

                       Herr Heiermann (Landschaftswächter) berichtet von neuralgischen Punkten am Rot- und Schwarzbach und schlägt vor, auch gezielt für Hunde Möglichkeiten zu schaffen an und in den Bach zu gelangen. Herr Tomec hält das in einem FFH-Gebiet für nicht wünschenswert. Herr Filarsky glaubt, dass durch eine weitere Brücke die Probleme nur verlagert werden und regt an, vorhandene Trampelpfade durch Pflanzungen zu unterbrechen.

 

                       Auf immer wiederkehrende Probleme mit Hundebesitzern weist Herr Heiks (Landschaftswächter) hin. Dem schließt sich auch Herr Herbrecht (Regionalforstamt Niederrhein) an, der von der Rücksichtslosigkeit vieler Mitbürger berichtet. Er regt seit langem die Einrichtung einer Rangerstation an und würde sich diesbezüglich über weitere Unterstützung freuen. Herr Bahne sieht das ebenfalls positiv und sagt die Unterstützung des Beirates zu. Herr Filarsky bemerkt hierzu, dass die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten eine hoheitliche Aufgabe ist und nicht von Hilfspersonal ausgeübt werden kann.

 

                       Frau Clever-Schmitz spricht die Parkplatzsituation an und hält eine Verringerung der vorhandenen Parkplätze für notwendig. Darüber hinaus fehlen Info-Tafeln, auf denen die Besucher auf bestehende Verbote hingewiesen werden.

 

                       Herr Dr. Keil nimmt die Bedenken und Anregungen des Beirates entgegen und wird sie in die Berichte für die politischen Gremien aufnehmen. Er hält eine stadtübergreifende Diskussion mit Bottrop für sinnvoll und schlägt die Gründung einer Arbeitsgruppe vor.

 

                       Herr Bahne bedankt sich für die Vorstellung des Lenkungskonzeptes. Für die Arbeitsgruppe werden Frau Adamczak, Herr Bahne, Frau Clever-Schmitz, Herr Filarsky, Herr Heiermann (Landschaftswacht), Herr Herbrecht (RFA Niederrhein), Frau Hingmann sowie Herr Tomec benannt. Als Tagungsort am 05.11.2015 um 16:00 Uhr wird ein Raum bei der ULB festgelegt.

 

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?TOLFDNR=100551&selfaction=print