20.01.2022 - 2.1 Mündlicher Bericht der Fachberatungsstelle für ...

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Beratung

Frau Knappmann sowie Frau Neumann stellen anhand einer Powerpoint Präsentation die Fachberatungsstelle „Lore" für Frauen in Wohnungsnot vor.

Die Fachberatungsstelle ist eine Einrichtung, die auf der Grundlage der §§ 67-69 SGB XII    -Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten- arbeitet. Es wird zwischen der offenen und verdeckten Wohnungsnot unterschieden. Während zu der offenen Wohnungsnot obdachlose Frauen gehören, die auf der Straße leben, umfasst die verdeckte Wohnungsnot Frauen, die bei Bekannten, Familie oder Freunden unterkommen, etwa, weil sie gezwungen werden, die Wohnung zu verlassen.

In der Lore gibt es Räumlichkeiten für Beratungsgespräche sowie eine Küche und Duschen, die von den wohnungslosen Frauen genutzt werden können. Außerdem konnte aufgrund von zahlreichen Spenden eine Kleiderkammer eingerichtet werden.

Das Angebot umfasst sowohl die Möglichkeit, eine Erreichbarkeitsadresse für die Post einrichten zu können, als auch Dusch-, Wasch- und Kochmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Weiterführend können aber auch Gruppenangebote, freiwillige Finanzverwaltung oder auch Hilfsangebote der Fachberatungsstelle in Anspruch genommen werden. Hierzu zählen die Beratung (z.B. Planung von Perspektiven), die Information (z.B. welche Einrichtung für die jeweilige Lebenssituation geeignet ist), die Unterstützung (administrative Hilfen, wie z.B. Anträge stellen), die Begleitung (z.B. Begleitung bei Amtsgängen, etc.) und die Vermittlung (z.B. an andere Facheinrichtungen, etwa stationäre Einrichtungen).

Wichtig für die Fachberatungsstelle ist ein zwangloser, unverbindlicher Kontakt, d.h. es besteht kein Beratungszwang. Viele Frauen nehmen auch nur die Abmilderung der Notlage in Form von duschen oder Tee trinken in Anspruch. Zur Stabilisierung der Frauen werden regelmäßige Treffen und Unterstützung angeboten.

Durch die Fachberatungsstelle wurde ein weitreichendes Netzwerk aufgebaut, so werden die Frauen etwa von der Frauenberatungsstelle an die Fachberatungsstelle vermittelt.

Frau Knappmann hebt besonders hervor, dass der Schutz der Frauen die oberste Priorität bildet, so haben Männer keinen Zugang zu der Fachberatungsstelle.

 

Um den Frauen ein wenig Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ist geplant, mit den Frauen im regelmäßigen Turnus Kultur zu erleben „FrauKulTour". Wird das Angebot von den Frauen angenommen, ist geplant, die Frauen in Zukunft bei der Organisation zu beteiligen.

 

Herr Girrullis bedankt sich für den Vortrag und für die gute Arbeit der Fachberatungsstelle. Besonders befürwortet er, dass hier ein niedrigschwelliges Angebot geschaffen wurde.

Im Namen der Fraktion DIE GRÜNEN regt er einen Austausch zur Ermittlung von Unterstützungsmöglichkeiten an. Zudem bietet er in der Funktion als Vorsitzender der Starthilfe e.V. seine Unterstützung an.

 

Herr Telli teilt mit, dass seit Jahren über Hilfsangebote für wohnungslose Frauen diskutiert wurde und freut sich nun besonders, dass dieses Angebot für Frauen geschaffen wurde.

Er fragt nach, inwieweit die Gründe für die Wohnungslosigkeit, etwa Alter, Bildung oder finanzielle Situation eruiert werden können, da er im Namen seiner Fraktion die Ursachen erkennen und beheben möchte.

Frau Neumann erläutert hierzu, dass Frauen von der 18-Jährigen bis zur Rentnerin betroffen sind, die eine Vielzahl von Problemen haben, sodass spezifische Auffälligkeiten nicht vorhanden sind.

 

Herr Domeyer ergänzt, dass das Hilfsangebot breit gefächert ist und somit die Fachberatungsstelle als zentrale erste Anlaufstelle zu sehen ist, die dann die Frauen, je nach Problemlage, an die entsprechenden Fachdienste weiterleitet.

 

Herr Broß bedankt sich ebenfalls für den Bericht und die hervorragende Arbeit und fragt nach der Anzahl der Frauen, die den Kontakt der Fachberatungsstelle suchen. Ebenfalls fragt er nach, wieviel Frauen hiervon tatsächlich auf der Straße leben.

Frau Knappmann teilt hierzu mit, dass derzeit 50 Frauen die Fachberatungsstelle in Anspruch nehmen, einige Frauen lediglich zur Nutzung der Erreichbarkeitsadresse, die meisten Frauen kommen jedoch regelmäßig und nutzen das vielfältige Angebot. Von den auf der Straße lebenden Frauen nutzen 3 Frauen die Angebote der Fachberatungsstelle.

 

Herr Motschull erläutert, dass dieses Thema in den letzten Jahren nicht in den Fokus gerückt ist, da die sichtbare Obdachlosigkeit überwiegend Männer betrifft. Umso mehr freut er sich, in der Fachberatungsstelle einen kompetenten Partner gefunden zu haben, um auch dieses Thema bearbeiten zu können.

 

Der Sozialausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?SILFDNR=6426&TOLFDNR=159401&selfaction=print