18.05.2021 - 4 Vielfalt ist meine Heimat
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
4. Sitzung des Integrationsrates
- Gremium:
- Integrationsrat
- Datum:
- Di., 18.05.2021
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Beratung
Vors. Erdas verweist auf den Vorratsbeschluss in der letzten Sitzung des Integrationsrates und merkt an, dass der Integrationsrat verstärkt das vielfältige Leben in Oberhausen noch sichtbarer machen will. Sie bittet Herrn Telli, vorzustellen, wie der Vorratsbeschluss umgesetzt worden ist.
Herr Telli stellt das auf Dauer angelegte Projekt „Vielfalt ist meine Heimat“ vor. Das Projekt, welches in Kooperation mit vielen Akteur*innen in Oberhausen zusammen ausgestaltet und durchgeführt werden soll, zielt darauf ab, die gelebte Vielfalt vor Ort - in Oberhausen, in den Sozialräumen, im Quartier - lebensnah sichtbar zu machen und nach außen zu tragen. Dem Projekt geht es vor allem darum, das tagtägliche Zusammenleben und Zusammentreffen von Menschen verschiedenster Herkunft in Oberhausen herauszustellen und zu zeigen, dass Integration gelingt.
Gerade vor dem Hintergrund vermehrter Menschenfeindlichkeit, rassistischer Übergriffe (siehe TOP1), Angriffe auf das demokratische System, Verbreitung von Fake News sowie Hetze und polemischer Stimmungsmache im Internet und im öffentlichen Raum ist es notwendig und von hoher Dringlichkeit, gelingende Integration sichtbar zu machen und deutlich Haltung zu zeigen.
Das Projekt will somit dazu beitragen, im Gegensatz zum problembehafteten Bild von Integration die positiven Seiten des Zusammenlebens in Vielfalt aus der Nische in den Fokus zu rücken. Denn wie schon das Stadtgeschichtsbuch der Stadt Oberhausen schreibt: „Ohne Migration kein Oberhausen.“
Herr Telli betont, dass dieses Projekt als Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung einen wichtigen Zweck erfülle. Es gehe um die öffentliche Meinung und um eine Gefahr für die Demokratie. Herr Telli macht an zwei Beispielen deutlich, wie Falschmeldungen für Propaganda und Desinformation aufgegriffen werden, um gegen bestimmte Gruppen zu agitieren, zu spalten und öffentliche Meinung propagandistisch zu beeinflussen. Die Bedeutung des Themas für Oberhausen macht Herr Telli mit einem Zitat des ehemaligen Ministerpräsidenten NRWs, Johannes Rau, deutlich: „Der demokratische Ernstfall ist die kommunale Ebene.“
Um anstatt trennender Elemente Gemeinsamkeiten in den Fokus zu stellen, wird direkter Bezug auf einen Aspekt gelegt, der das Zusammenleben grundlegend ermöglicht - ganz gleich welcher Herkunft: Die im Grundgesetz verankerten Grundrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, dass sich alle Oberhausener*innen - egal welcher Herkunft - als gleichwertige Bürger*innen fühlen und auch als solche anerkannt werden.
In einem anfänglichen Schritt sind Trikots sowie Fassaden-Plaketten mit dem Slogan „Vielfalt ist meine Heimat“ und dem bunten Bundesadler geplant (siehe Anlage 2). Damit wird die Botschaft auf persönlicher und institutioneller Ebene nach außen ins Stadtbild getragen. Weitere Projektelemente, die das Thema auch über längere Zeit wachhalten, sollen in den kommenden Schritten mit interessierten Partnern aus der Stadt entwickelt und in der nächsten Sitzung des Integrationsrates vorgestellt werden.
Herr Telli betont, dass mit diesem Projekt keine grundlegende Änderung einhergehe. Es gehe „lediglich“ darum, das aktuelle schon so funktionierende und bestehende Zusammenleben in Vielfalt sichtbar und greifbar zu machen und somit deutlich ins Stadtbild und Bewusstsein der Oberhausener*innen zu bringen.
Vors. Erdas dankt Herrn Telli für die Vorstellung. Herr Telli steht anschließend für Rückfragen zur Verfügung.
Frau Demirci dankt Herrn Telli für die Präsentation und betont, dass der Integrationsrat mit diesem Projekt deutlich machen will, dass Oberhausen gemeinsame Heimat von uns allen ist. Ziel soll sein, dass sowohl der vermeintlich Außenstehende erkennt, dass er ein Teil der Gesellschaft ist und auf der anderen Seite die Gesellschaft erkennt, dass der vermeintlich Außenstehende ein Teil der Gesellschaft ist. Diese Selbstverständlichkeit will der Integrationsrat mit Hilfe der vielfältigen Partner aus der Stadtgesellschaft verfestigen.
Herr Aksünger begrüßt das Projekt und betont die Wichtigkeit, mit Menschen, die anderer Meinung sind, mehr ins Gespräch zu kommen. Vors. Erdas betont, dass der Integrationsrat für weitere Ideen für das Projekt offen ist.
Herr Sahin sichert dem Integrationsrat im Namen der SPD-Fraktion jegliche Unterstützung zu.
Herr Ejodamen bedankt sich ebenfalls für die Präsentation und begrüßt das Projekt ausdrücklich.
Herr Kemkes erkundigt sich nach einem rechtlichen Aspekt. Herr Telli antwortet, die Frage sei geklärt.
Vors. Erdas erklärt die Frage damit für beantwortet. Da keine weiteren Fragen bestehen, beendet sie den TOP.
Der Integrationsrat nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis.
