24.08.2021 - 2 Modellprojekt „Guter Lebensabend NRW – Kulturse...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Beratung

Vors. Erdas bittet Herrn Stein, zum aktuellen Sachstand zu berichten.

 

Herr Stein erläutert die Vorlage. Mit dem Modellprojekt „Guter Lebensabend NRW" bietet das Land NRW Kommunen die Möglichkeit, modellhaft zu erproben, wie Zugangsbarrieren abgebaut und Senior*innen mit Einwanderungsgeschichte der Zugang zu bestehenden Regelangeboten geebnet werden kann. Herr Stein bemerkt, dass sich in Oberhausen schon auf der Fachkonferenz für Vielfalt und Integration 2019 explizit mit dem Thema kultursensible Pflege auseinandergesetzt wurde und konsensual entsprechende Ergebnisse festgehalten und nächste Schritte zum weiteren Vorgehen vereinbart wurden. Folgende Maßnahmen wurden vereinbart:

- Förderung und Öffnung ambulanter Pflegedienste

- Abbau von Hemmschwellen in stationären Einrichtungen

- Durchführung gezielter Wohnberatung

- Verbesserung des Informationsflusses

- Qualifizierung des Personals

- Erprobung kultursensibler Pflege in den Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen (ASO)

 

Seit Anfang Mai 2021 sind alle Stellen des Oberhausener Beratungsteams besetzt. Herr Stein stellt die Mitarbeiterinnen des Modellprojekts vor, die beim Kommunalen Integrationszentrum (Vanessa Wilim), beim DRK-Kreisverband Oberhausen (Melek Cimen) und bei Pro Wohnen International e.V. (Melek Bulut) verortet sind. Das Beratungsteam steht im Anschluss an die Sitzung gerne für Rückfragen zur Verfügung.

 

Herr Stein erläutert das Aufgabenspektrum der kultursensiblen Senior*innenberater*innen. Dieses umfasst insbesondere:

- Sensibilisierung der örtlichen Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe/Altenpflege für die Bedürfnisse/Belange der Senior*innen mit Zuwanderungsgeschichte

- Planung und Implementierung von niedrigschwelligen Formaten zur Vermittlung von Informationen für ältere Migrant*innen und ihre Angehörigen unter Einbeziehung der örtlichen Migrantenselbstorganisationen

- Entwicklung und Umsetzung eines Schulungsangebotes zur Förderung der interkulturellen Kompetenzen in den Einrichtungen/Diensten der Altenhilfe und -pflege

- Konzipierung von kultursensiblen Materialien für soziale Angebote im Rahmen der Altenhilfe sowie im ambulanten und (teil-)stationären Versorgungsbereich

- Aktive Mitwirkung in den relevanten örtlichen Vernetzungsstrukturen im Rahmen des Aufgabenprofils

 

Gemäß der Projektkonzeption wird die räumliche Schwerpunktsetzung auf den städtischen Teilräumen „Mitte/Styrum" und „Osterfeld" liegen. Entsprechende sozialraumbezogene Aktivitäten werden insbesondere durch die beiden extern verorteten Stellen (DRK: Mitte/Styrum; Pro Wohnen: Osterfeld) realisiert. Perspektivisch sollen die erprobten Handlungsansätze schrittweise auf weitere städtische Teilräume übertragen werden.

 

Als angestrebtes Ziel gibt Herr Stein an, möglichst noch im laufenden Jahr erste Fortbildungsangebote für die Beschäftigten der Regelversorgung anzubieten.

 

Am 11.11.2021 wird zudem eine erste konkrete Maßnahme für die Hauptzielgruppe zur niederschwelligen Informationsvermittlung durchgeführt. Im Rahmen der geplanten Bustour wird interessierten Senior*innen mit Zuwanderungsgeschichte die Möglichkeit geboten, unterschiedliche Unterstützungsangebote im Oberhausener Stadtgebiet unmittelbar vor Ort kennenzulernen.

 

Vors. Erdas bedankt sich bei Herrn Stein für den Sachstandsbericht.

 

Frau Jacobs begrüßt den Ansatz, Barrieren abzubauen und Zugänge zum Regelangebot zu schaffen. Sie bemerkt, dass bei demenzerkrankten Senior*innen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch das Phänomen auftreten könne, dass später gelernte Sprachen wieder verlernt werden können und fragt, inwieweit dies bei den Ansätzen im Rahmen des Modellprojekts Berücksichtigung finden wird.

 

Frau Özcelik geht näher auf den von Frau Jacobs genannten Aspekt ein und führt die Fülle von Themen aus, die insbesondere bei demenzkranken Senior*innen mit Zuwanderungsgeschichte zu beachten sind. Neben mehrsprachigem Personal sei auch Biografiearbeit von zentraler Bedeutung, weshalb es zusätzlich zum sprachlichen Aspekt wichtig sei, Einrichtungen die Relevanz von kulturellen und individuellen Hintergründen näher zu bringen und zu befähigen, die kulturellen Hintergründe zu kennen. Frau Özcelik begrüßt es, dass das Land NRW das Thema Senior*innen mit Zuwanderungsgeschichte mehr in den Fokus nehmen will - insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Anzahl der Senior*innen mit Zuwanderungsgeschichte in den kommenden Jahren steigen wird.

 

Herr Demirci greift den Aspekt der Interkulturellen Schulung von Mitarbeitenden in den Einrichtungen auf und betont die Notwendigkeit (und gleichzeitig herausfordernde Aufgabe), den wertschätzenden Umgang mit Vielfalt wirksam in die Unternehmens- und Einrichtungskultur zu bringen. Herr Demirci erhofft sich, dass Erfahrungen, welche während des Modellprojekts gemacht werden, ausgetauscht und besprochen werden können, um von den gewonnenen Erkenntnissen zu partizipieren.

 

Vors. Erdas schlägt vor, den TOP im weiteren Projektverlauf erneut zu thematisieren, um auf die genannten Punkte eingehen zu können. Da keine Anmerkungen geäußert werden beendet sie den TOP.

 

Der Integrationsrat nimmt die Drucksache/ Vorlage zur Kenntnis.

 

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?SILFDNR=5940&TOLFDNR=153051&selfaction=print