11.03.2021 - 1.5 Ergebnis des Anmeldeverfahrens zur 5. Jgst. der...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
Reduzieren

Beratung

Im Zuge der intensiven Diskussion wird die Bitte ausgesprochen, die TOP 1.5 und 2.3 zusammen zu beraten. Dieser Bitte wird nachgekommen.

 

Der Fokus wird parteiübergreifend zunächst auf folgende Schwerpunkte gelegt:

 

- Falsche Bezeichnung der Tabelle Seite 2

- Detailfragen zum Anmeldeverfahren einzelner Schulen, bspw. Anne-Frank-Realschule

Aufnahmekapazität 135 SuS, Nachmeldetermin 154 SuS

Fasia-Jansen-Gesamtschule

Aufnahmekapazität 162 SuS, Nachmeldetermin 232 SuS

- Umgang mit SuS die bisher nicht angemeldet worden sind

- Entwicklung der Schulformempfehlungen

- Klassenbildung über dem Klassenfrequenzrichtwert bei den Gesamtschulen

 

Herr Hermstein bestätigt, dass die Bezeichnung der Tabelle nicht korrekt ist, diese müsste vielmehr „Schuljahr 2021/2022" lauten. Bestätigt wird, dass die Anmeldezahlen der beiden vg. Schulen zu hoch sind und nicht bedient werden können. Dies ist auch ein Beleg für die Notwendigkeit einer neuen Schule in Oberhausen. Eine abschließende Aussage ist zurzeit nicht möglich, wird aber jährlich im Rahmen der Schulstatistik dargestellt, diese wird nachgängig im März 2022 erstellt. Auch das System „Schild-Zentral" gibt hierüber Auskunft, das System ist allerdings komplex. Eine Auswertung ist erst nach Abschluss des Verfahrens möglich.

 

Frau Büschenfeld ergänzt, dass die Realschulkoordination, mit dem Ergebnis, dass weitere SuS zur Gesamtschule Osterfeld angemeldet werden, bereits erfolgt. Die Gesamtzahlen haben sich zwischenzeitlich geändert, so dass im Übergang von Klasse 4 zur SEK I unter anderem auch aufgrund der vielen Auspendler nachkoordiniert werden muss. Die endgültigen Daten, die zwischen der Schulaufsicht und der Schulentwicklungsplanung abgestimmt werden, liegen nach den Osterfeiertagen vor.

Der Klassenfrequenzwert von 25 ist ein reiner Richtwert für die Bedarfsberechnung von Lehrkräften. Der Richtwert beträgt bei inklusiven Gesamtschulen 27. Ausnahmen stellen die Gymnasien, die nicht inklusiv arbeiten, sowie die Gesamtschule Weierheide dar, hier gilt ein Wert von 29.

 

Die CDU-Fraktion kann den Bedarf einer neuen Schule auf Basis der nunmehr noch zu konkretisierenden Daten nicht bestätigen.

 

Herr Schmidt stellt zunächst die erfolgten Abstimmungen und Eckpunkte sowie die weitere Vorgehensweise im Hinblick auf die Gründung einer neuen Schule vor. In unterschiedlichen Terminen wurden mit politischen Vertretern sowie der Schulaufsicht die konkreten Maßnahmen erörtert. Der Verwaltungsvorstand hat sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt, insbesondere der Schulform. Im Zuge des folgenden Beratungsgangs werden die konkreten Umsetzungsvorschläge der Verwaltung dargestellt.

 

Die Darstellung der zum jetzigen Zeitpunkt maßgeblichen Varianten erfolgt anhand einer Präsentation, diese ist als Anlage zur Niederschrift beigefügt.

 

Die folgende intensive Diskussion zur Gründung einer neuen Schule macht deutlich, dass grundlegend unterschiedliche Auffassungen zur Schulform innerhalb des Schulausschusses bestehen.

 

Die CDU-Fraktion sieht eine neue Gesamtschule, vor dem Hintergrund der aus Sicht der Fraktion nicht aktualisierten Daten sowie der Schulformempfehlungen - 2/3 der SuS einer Gesamtschule hätten eine Hauptschulempfehlung - weiterhin kritisch. Die Schülerschaft muss homogener gestaltet werden, sowie die Kosten sind konkreter zu ermitteln. Darüber hinaus wird die einheitliche Linie der Bezirksregierung in Frage gestellt. Die Neugründung einer Gesamtschule würde nur mit einer Beschneidung der Gymnasien möglich sein. Auch die Nachbarstädte sind in den Blick zu nehmen.

 

Die SPD-Fraktion sieht in den Darstellungen den eindeutigen Bedarf einer neuen Gesamtschule, wie auch die beteiligten Fachleute bestätigen. Fraglich ist aber insbesondere der zeitliche Ablauf des Ausbaus der Gesamtschule Weierheide.

 

Frau Glauch von den Linken äußerte sich kritisch zur Realschule, da bei einer weiteren Realschule die SuS nicht mehr vermittelt werden können.

 

Die Grünen sehen aufgrund der langen zeitlichen Vorgeschichte einen dringenden Handlungsbedarf. Beispielschulen in NRW sollten in Augenschein genommen werden. Am ehesten kommt für die Fraktion eine durchmischte Gesamtschule in Betracht.

 

Die FDP mahnt eine sorgfältige Prüfung an.

 

Alle Parteien sind sich dahingehend einig, dass der Elternwille und das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen sind.

 

Die anwesende Vertreterin der Stadtelternschaft sieht den Bedarf einer neuen Gesamtschule in Alt-Oberhausen. Das Anmeldeverhalten würde sich bei einer neuen Gesamtschule grundlegend in diese Richtung verlagern.

 

Zu den einzelnen Fragestellungen nimmt zunächst Herr Schmidt Stellung. Die zeitlichen Abläufe / Vorgaben sind herausfordernd. Nach einem eventuellen Ratsentscheid im Mai 2021 ist sofortiges Handeln zwingend erforderlich.

 

Die Entscheidung wurde im Sommer 2020 aufgrund der endenden Ratsperiode im Einvernehmen zwischen allen Beteiligten zunächst verschoben.

Nach Prüfung diverser Flächen kommt als Standort für eine neue Schule einzig die ehemalige „Hauptschule St. Michael" in Betracht. Alle Aspekte, auch Beispielschulen, werden in der kommenden Vorlage Berücksichtigung finden.

 

Die Planungen an der Gesamtschule Weierheide gestalten sich insbesondere aufgrund der zwei Standorte als schwierig, weil einfach der Platz fehlt. Hier erfolgen bereits parallel entsprechende Sondierungen. Eine konkrete Zeitschiene aufzuzeigen ist derzeit nicht möglich.

 

Frau Büschenfeld als Vertreterin der Schulaufsicht wäre auf Basis der vorliegenden Daten und der unterschiedlichen Durchmischung in den Schulen als denkbare Lösung die Gründung einer Realschule und einer Hauptschule. Dies ist allerdings unrealistisch, da dies nicht dem Elternwillen entspricht. Eine homogene Durchmischung der Schülerschaft wird nur durch die Gründung einer Gesamtschule erreicht werden können.

 

Der § 132c SchulG ermöglicht eine Übergangslösung. Im Falle einer konkreten Schulentwicklungsplanung könnte eine Verlängerung ausgesprochen werden.

Die Bezirksregierung spricht sich dezernatsübergreifend für die Gründung einer Gesamtschule aus, auch vor dem Hintergrund, dass die Anmeldezahlen an den Realschulen nicht eindeutig sind. Die Gründung einer Realschule erzeugt nicht zu vernachlässigende Folgeprobleme wie bspw. eine nicht gegebene Auslastung ohne den § 132c SchulG.

 

Herr Schmidt sicherte zu, dass ggf. eine Besichtigungstour in Frage kommender Beispielobjekte für die schulpolitischen Sprecher der Fraktionen / Gruppen durch die Fachverwaltung organisiert wird. Darüber hinaus bittet Herr Blanke um Einbeziehung des vg. Personenkreis vor Auftragsvergabe der Gebäudeplanung einer neuen Schule, damit eine zeitgemäße Planung im Hinblick auf Pädagogik und nachhaltiger Bauweise berücksichtigt werden kann.

 

Die Vorlage wird ohne weitere Wortmeldung zur Kenntnis genommen.

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?SILFDNR=5891&TOLFDNR=149952&selfaction=print