28.11.2019 - 5 Eichenprozessionsspinner - Geplante Maßnahmen f...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
25. Sitzung des Naturschutzbeirates
- Zusätze:
- -Bericht-
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Do., 28.11.2019
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 14:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Umwelt
- Bearbeitung:
- Annette Lavin
Beratung
Herr Halm erläutert, dass sich das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Oberhausen seit 2017 stark vermehrt hat. Im Bereich von Kindertageseinrichtungen, Schulen, Sportanlagen und Friedhöfen wurden im Jahr 2018 die Nester durch Fachfirmen mechanisch entfernt. Aufgrund des massenhaften Schädlingsbefalls waren die Firmen überlastet und konnten die letzten Nester erst im August 2018 absaugen.
Um einem erneuten Massenbefall vorzubeugen und die gesundheitlichen Risiken der betroffenen Bevölkerung einzudämmen wurde 2019 frühzeitig ein Biozid (Neem Protect) eingesetzt. Damit wurden die im Vorjahr befallenen Standorte (ca. 1200 städtische Bäume) prophylaktisch behandelt. Zusätzlich mussten an etwa 500 Bäumen Nester mechanisch abgesaugt werden.
Im Frühjahr des nächsten Jahres sollen alle bisher bekannten Standorte (insbesondere Straßenbäume und Bäume an Spielplätzen, Schulen und Kindertageseinrichtungen) wiederum mit dem Biozid besprüht werden. In Wäldern und Park-einrichtungen wird kein Biozideinsatz erfolgen. Diese Bereiche werden dagegen abgesperrt, und mit entsprechenden Hinweisschildern wird auf die EPS-Gefahr hingewiesen.
Herr Grumpe schlägt vor, nur die in den Vorjahren befallenen Bäume zu besprühen und schlägt den Einsatz von Pheromonen gegen die Ausbreitung des Schädlings vor. Herr Halm sagt eine Prüfung zu. Frau Schiemanowski betont, dass der BUND den Biozideinsatz wegen der Auswirkungen auf andere Insektenarten kritisiert. Im Sinne des Insektenschutzes sollte daher nur dort gesprüht werden, wo es unbedingt notwendig ist. Sie regt zuvor die Durchführung eines Monitorings an. Darüber hinaus sollte der Einsatz natürlicher Fressfeinde und die Aufstellung entsprechender Nisthilfen für Meisen geprüft werden. Herr Tomec schließt sich dem Vorschlag an.
Herr Dreschmann bemerkt, dass der Einsatz von Meisen zur Zeit kontrovers diskutiert wird und nur in einem begrenzten Umfeld und auch nur auf städtischen Flächen möglich ist. Eine signifikante Reduzierung des Schädlingsbefalls erscheint daher unwahrscheinlich.
Herr Norbert Köster fragt nach, in welchem Umfang anstelle von Eichen nicht andere Baumarten gepflanzt werden sollten. Frau Rolf weist in diesem Zusammenhang auf den Klimawandel hin und dass in den letzten Jahren zwar der Schädlingsbefall stark zugenommen habe, die betroffenen Eichen jedoch alle gesund sind. Ein Austausch oder Ersatz der befallenen Bäume ist daher nicht geboten.
Frau Lauxen ergänzt abschließend, dass durch den Biozideinsatz an stark befallenen Baumstandorten die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung reduziert werden soll. Sie sagt jedoch zu, an ausgesuchten Standorten Nisthilfen anzubringen und befürwortet auch den Einsatz von Pheromonen.
Herr Bahne dankt im Namen des Beirates für die interessante Diskussion.
„Sachstand Januar 2020“:
Die Stadt Oberhausen wird im Jahr 2020 auf 2 Versuchsflächen natürliche Bekämpfungsmethoden testen. Im Volkspark Sterkrade werden Nisthilfen für Meisen angebracht und im Volksgarten Osterfeld und auf dem Friesenhügel sogenannte „EPS-Fallen“ an den Baumstämmen von Eichen angebracht. Zusätzlich werden noch Pheromonfallen in die Bäume gehängt, um die Falter in die Fallen zu locken.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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6,7 MB
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