19.03.2019 - 12 Theater Oberhausen: mündlicher Bericht des Inte...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 12
- Sitzung:
-
26. Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Di., 19.03.2019
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 15:04
- Anlass:
- Sitzung
Beratung
Herr Fiedler, Intendant des Theaters Oberhausen, bezieht sich zunächst auf den gestellten Antrag im Rahmen des Förderprogramms 360°. Er drückt sein Bedauern aus, dass einige Formulierungen in dem Antrag unglücklich gewählt und Abteilungen konkret benannt worden sind. Ebenfalls sieht er einen Fehler darin, den Antrag nicht mit der Verwaltungsleitung abgestimmt zu haben. Er schildert seinen Eindruck einer sehr offenen Atmosphäre im Theater und stellt klar, dass er mit seinem Antrag, Rassismus als gesellschaftliches Phänomen hervorheben wollte. Er berichtet zudem, dass am 29.03.2019 eine Betriebsversammlung im Theater stattfinden wird, in der alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Möglichkeit haben ihre Wünsche oder auch ihren Ärger zum Ausdruck zu bringen. Herr Fiedler erläutert kurz, dass es in dem Antrag um die Öffnung des Theaters für neue Zielgruppen geht. Es soll eine Person eingestellt werden, die dieses Vorhaben unterstützt. Herr Broß, Sprecher der CDU-Fraktion, äußert sich kritisch über die Antragsstellung. Er betont nachdrücklich, dass bei solchen Anträgen sowohl Intendant als auch Verwaltungsleiter beteiligt sein sollten. Darüber hinaus plädiert er dafür zeitnah über die Zukunft des Theaters und die Leitung zu diskutieren. Herr Flore hingegen macht deutlich, dass es aus seiner Sicht keinen besonderen Rassismus am Theater gibt. Er hebt hervor, wie wichtig es ist, dass alle Bereiche an einem Strang ziehen und befürwortet die Entscheidung eine externe Mediatorin einzuschalten. Er macht nochmals darauf aufmerksam, dass bei einem Intendantenwechsel in der Regel immer ein Besucherrückgang zu verzeichnen ist. Auch begrüßt er die Öffnung für neue Besuchergruppen, mahnt jedoch gleichzeitig an, dass das etablierte Publikum nicht verloren gehen darf. Er betont darüber hinaus, dass die Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus sehr wohl eine wichtige Aufgabe auch für das Theater ist. Herr Arlt, FDP-Fraktion, stellt die grundsätzliche Frage, was das 360°-Programm bezweckt, da es in den Zeitungen nur als Anti-Rassismus-Programm bezeichnet wird. Frau Walther, fraktionsloses Ausschussmitglied, erläutert, dass der 360°-Fonds Strategien und Methoden fördert, durch die die Institutionen sowohl thematisch als auch personell die interkulturelle Öffnung vorantreiben können. Dabei müssen sowohl Rassismus als auch die Angst vor Andersartigkeit abgebaut werden. Herr Tsalastras erklärt, dass sich die Rahmenbedingungen der Antragsstellung immer nach dem Fördermittelgeber richten. Darüber hinaus bietet er an das Programm im nächsten Kulturausschuss vorzustellen. Herr Dittmeyer, Fraktion Linke.Liste, betont, wie wichtig es ist, dass das Theater die Struktur der Stadtgesellschaft wiederspiegelt. Er unterstützt das Vorhaben des Theaters daran zu arbeiten, obwohl es schwer ist an Strukturen bzw. an Konsumverhalten etwas zu ändern.
Im Hinblick auf die Zuschauerentwicklung betont Herr Fiedler, dass das Spielzeitende abgewartet werde müsse. Er führt aus, dass es viel überregionale und positive Kritik zu dem Stück „Das Recht des Stärkeren" gegeben hat und dass auch die Stücke „Salome" und „Der Sandmann" gut ankommen. Darüber hinaus macht er darauf aufmerksam, dass in den letzten anderthalb Jahren rund 1 Millionen Euro Fördermittel eingeworben worden sind. Herr Flore und Frau Walther heben hervor, dass es nicht nur auf die Verkaufszahlen ankommt. Das Theater Oberhausen ist bei vielen kleineren Veranstaltungen präsent und bei vielen dieser Veranstaltungen zeigt sich, dass das Theater schon erste Fortschritte in Richtung Öffnung in die Gesellschaft gemacht hat. Herr Broß gibt zu bedenken, dass das Renommee des Theaters dennoch sehr gelitten hat. Herr Dittmeyer fordert, das Theaterprogramm auf neue, jüngere Besucher und Besucherinnen auszuweiten, da das ältere Publikum aufgrund des zunehmenden Alters das Theater dann nicht mehr besuchen wird. Herr Tsalastras schlägt vor, durch externe Unterstützung eine Besucher- und Bevölkerungsanalyse durchzuführen, um Besucherpotentiale zu ergründen, damit über das 360°- Programm die Ansprache gelingen kann.
