21.06.2018 - 4 Rundgang durch den Ruhrpark1) Planungen im Ruh...

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Beratung

1)  Planungen im Ruhrpark (ca. 14:30 Uhr)

 

     Herr Dreschmann führt in das Thema ein und berichtet, dass bereits im Jahre 2016 eine Beschlussvorlage über die geplante Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr -IGA 2027- dem Beirat zur Verfügung gestellt wurde. In der bisher vorliegenden Machbarkeitsstudie sind für Oberhausen fünf Parkanlagen (u. a. auch der Ruhrpark) vorgesehen.

 

     Grundlage für die Planungen im Ruhrpark waren gemeinsame Begehungen mit der Grünplanung, der OGM GmbH und der Unteren Naturschutzbehörde im Jahr 2016. Einerseits soll mit den geplanten Maßnahmen die Attraktivität bzw. das Erscheinungsbild des Ruhrparks verbessert werden und andererseits eine ökologische Optimierung des Parks erfolgen.

 

Es handelt sich z. B. um folgende Maßnahmen:

 

-Unterhaltungsmaßnahmen

Erhalt und dauerhafte Sicherung der Natursteinmauer

 

-Kompensation

Pflanzung von Einzelbäumen und Saum-, Strauch- bzw. Gehölzpflanzungen

(Wiese am Ruhrdeich und im Bereich des Spielplatzes)

 

-Potentielle Investitionsmaßnahmen

Ökologische Optimierung des Teiches (Entschlammen, Lichtinseln)

 

     Auf Nachfrage von Herrn Bahne zur Mountain-Bike-Strecke berichtet Herr Werntgen-Orman, dass der vor Jahren angelegte Pfad weiterhin genutzt wird. Ein weiterer Ausbau der Strecke ist jedoch nicht vorgesehen. Durch die gezielte Nutzungslenkung kann eine Schädigung der Parkanlage und des Schutzgebietes vermieden werden.

 

 

2)  Ruhrtalradweg / s. Anlage (ca. 15:00 Uhr)

 

     Herr Kramps (RVR) stellt das Projekt vor. In Kooperation mit den Städten Mülheim an der Ruhr und Oberhausen hat der RVR einen Wegeabschnitt mit einer Länge von ca. 1,1 km in der Ruhraue geplant, der eine vorhandene Lücke im Ruhrtal Radwegesystem schließen soll. In Oberhausen verläuft die geplante Wegeverbindung entlang des Deiches am Ruhrpark und wird vor der nächsten Eisenbahnbrücke auf den Deich und in den dahinter liegenden Ruhrpark in östlicher Richtung an der Speldorfer Straße angeschlossen. Mit dieser Maßnahme soll der Ruhrtalradweg in diesem Abschnitt näher an das namengebende Gewässer herangeführt und die touristische Qualität gesteigert werden.

 

     Anschließend erläutert Frau Schulte (Büro Hamann & Schulte GbR) die durchgeführte Artenschutzprüfung. Im Rahmen der Begehungen wurden Untersuchungen zu planungsrelevanten Vogelarten, Fledermäusen, Amphibien, Reptilien, Tagfalter und Heuschrecken vorgenommen. Aufgrund der starken Freizeitnutzung konnten keine Offenlandbrüter ermittelt werden. Die Ruhrauen dienen hier lediglich als Futterhabitat.

     Planungsrelevante Vogelarten: Eisvogel, Graureiher, Kormoran, Lachmöwe, Mäusebussard, Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Weißwangengans und Zwergtaucher.

     Folgende Fledermausarten konnten festgestellt werden: Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Rauhautfledermaus und Zwergfledermaus. Das Jagdgebiet der Fledermäuse umfasst überwiegend den Waldrand. Dort konnten einige Höhlenbäume ermittelt werden, die aber nicht von der Radwegeplanung betroffen sind.

     Gewässer für Amphibien oder Lebensräume für Reptilien sind im Eingriffsbereich nicht vorhanden. Bei den tagfliegenden Schmetterlingen wurden 19 Arten (davon 2 Rote-Liste-Arten) erfasst sowie 9 Heuschreckenarten registriert, darunter keine planungsrelevanten Arten.

 

     Im Rahmen der faunistischen Erfassung wurden verschiedene Grünlandqualitäten ermittelt. Die vorgesehenen Planungen führen im nördlichen Planbereich zu Eingriffen, da dort Anschüttungen erfolgen müssen und eine Rampe gebaut werden soll.

 

     Aus artenschutzrechtlicher Sicht bestehen zusammenfassend keine Vorbehalte oder Hindernisse gegen die Durchführung der geplanten Maßnahme.

 

     In der anschließenden Fragerunde merkt Herr von der Bey die Schutzfunktion des Deiches an und fragt nach, ob der Radweg bei Hochwasser überflutet wird. Herr Kramps bejaht dies und erläutert, dass nicht in den Deich hineingebaut werden darf. Herr von der Bey bemängelt, dass für diese Baumaßnahme wieder landwirtschaftliche Flächen verloren gehen. Nach Herrn Kramps werden entsprechende Ausgleichsmaßnahmen im Ruhrpark umgesetzt.  Auf Nachfrage von Frau Schiemanowski zur Amphibienwanderung verneint Frau Schulte gezielte Wanderungsbewegungen.

 

     Herr Kramps erläutert kurz die bautechnischen Vorgaben. Die bisherige Wegeverbindung ist für einen Radweg zu schmal und daher aus Sicherungsgründen auszubauen. Der Radweg wird in einem Abstand von 4 m zum Deichfuß verlaufen und beidseitig mit Stacheldraht eingezäunt werden. Eine Bepflanzung des Zaunes ist nicht vorgesehen. Aufgrund der erwarteten Überschwemmungen wird er eine Asphaltdecke erhalten. Die bisherigen Deichabgänge bleiben erhalten. Nach Baubeginn am 01.10.2018 ist mit einer Bauphase von ca. 10 - 12 Wochen zu rechnen.

 

     Herr Dreschmann merkt abschließend an, dass der Beirat der Ausbaumaßnahme bereits in der Sitzung am 28.04.2005 zugestimmt hat, sodass eine erneute Befreiung nicht erforderlich ist.

 

     Herr Bahne fasst die Beiträge zusammen, sieht die vorgestellte Planung positiv und bedankt sich bei Frau Schulte und Herrn Kramps für die interessante Darstellung der Planungen.

 

 

3)  Unterhaltungsplan Ruhr (ca. 15:30 Uhr)

 

     Herr Simon vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) stellt den Unterhaltungsplan vor und verteilt hierzu ein entsprechendes Arbeitsblatt (s. Anlage), das er eingehend erläutert. Unterhaltungspläne sollen für alle Bundeswasserstraßen aufgestellt und regelmäßig den Erfordernissen angepasst werden. Neben einem Text- und Kartenteil werde auch eine Kurzfassung mit Arbeitsanweisungen für die Arbeit vor Ort angefertigt. Die Maßnahmen beinhalten beispielsweise Extensivierungen von Wiesenflächen oder das Zulassen von Gehölzaufwuchs an geeigneten Stellen. Auf Nachfrage gibt er an, dass die Unterhaltungsarbeiten an Dritte vergeben wurden und das Regelwerk öffentlich zur Einsichtnahme ausliegt.

 

     Herr Bahne dankt für die Vorstellung der Planung und erwartet, dass die Unterhaltungsmaßnahmen so ökologisch wie möglich durchgeführt werden.

 

 

4)  Kolk in der Ruhraue (ca. 16:15 Uhr)

 

     Auf dem Weg zum Kolk spricht Herr Dreschmann das Biotop an. Dieser Bereich liegt auf einer ehemaligen, inzwischen abgetragenen Halde und bedarf dringend einer Optimierung. In Zusammenarbeit mit der Biologischen Station soll hierzu ein Konzept erarbeitet werden. Die Maßnahmen sind Kompensationen für den VBB 26 und den B-Plan 147. Finanziert werden die Maßnahmen aus einem bereits gezahlten Ersatzgeld. Für eine der nächsten Beiratssitzungen sind nähere Informationen vorgesehen.

 

 

     Die Besichtigung des Kolks ergab, dass sich hier in den letzten Jahren die Herkulesstaude stark ausgebreitet hat.

 

 

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