15.02.2018 - 4 Revierpark VonderortIntegriertes Handlungskonze...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
16. Sitzung des Naturschutzbeirates
- Zusätze:
- - mündlicher Bericht (Frau Diermann / RVR) –
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Do., 15.02.2018
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 14:00
- Anlass:
- Sitzung
Beratung
Herr Bothmann vom RVR berichtet stellvertretend für Frau Diermann über das vorliegende Handlungskonzept und konzentriert seine Ausführungen auf den Revierpark Vonderort.
Nach Konkretisierung des Handlungskonzeptes im März 2018 sollen anschließend bis Mitte des Jahres qualifizierte Förderanträge erarbeitet werden. Sobald die entsprechenden Förderzusagen vorliegen, kann mit den konkreten Ausführungsplanungen begonnen werden. Alle Maßnahmen sollen bis September 2022 abgeschlossen und bis Mitte 2023 abgerechnet werden.
Anschließend stellt Herr Bothmann die Ziele, Maßnahmen und Parkprofile anhand von Schaubildern vor. Unter dem Titel „Zukunft und Heimat“ benennt er drei Leitziele:
1. Leuchtende Räume der Region (außergewöhnliche Übernachtungs- und Verpflegungsangebote),
2. Labore der Innovation für außerschulische Bildung und
3. Begegnungsorte im Grünen mit trendigen Sport- und Spielanlagen.
Diese Entwicklungsziele sollen die Revierparks auf eine neue Wirkungs- und Funktionsebene tragen. Im Rahmen der „Leuchtenden Räume“ sollen regionale Tourismusangebote mit individuellen und außergewöhnlichen Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten angeboten werden (z. B. Heuhotel, Erdhügel- oder Baumhaus, Übernachtung am Wasser mit der Möglichkeit zur Naturbeobachtung). Insbesondere soll der Radtourismus gefördert werden. Da heute schon wilde Mountainbike-Strecken durch den Wald führen, sollen diese qualifiziert und erweitert werden. Mit der Anlage eines Trimm-Dich-Pfades werden zusätzliche kostenlose Sportmöglichkeiten angeboten.
Parkübergreifend für alle fünf Revierparks sollen gemeinsame Leitlinien und verbindende Gestaltungselemente (z. B. Symbolfigur Drache) sowie gemeinsame Vermarktungs- und Entwicklungsstrategien erarbeitet werden. Die Verbesserung der Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen (Stichwort: Barrierefreiheit), die Aufwertung der Parkeingänge, ein Gesamtkonzept für neue energetische und insektenfreundliche Beleuchtungssysteme sind ebenfalls im Maßnahmenkatalog enthalten.
In allen Revierparks ist geplant, nicht mehr genutzte Flächen (z. B. brach gefallene Wege, Sportplätze, Parkplätze etc.) zugunsten der Grünen Infrastruktur zurückzubauen. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes sollen diese Flächen eingesät oder bepflanzt werden. Hiermit wird die ökologische Funktion des Raumes gestärkt und ein Beitrag zur Biodiversitätsstrategie Nordrhein-Westfalen geleistet.
Darüber hinaus soll in allen Parks ein zeitgemäßes, wiedererkennbares Informationssystem etabliert werden, das die verschiedenen Ansprüche der Besuchergruppen berücksichtigt.
Weiterhin soll in allen Revierparks die oft sehr gleichförmige und teils lückige Vegetation im Sinne der Grünen Infrastruktur umgebaut werden, um mittel- bis langfristig mehr Artenvielfalt zu erreichen. In Vonderort betrifft dies die naturnahe Bepflanzung des Teichs im südlichen Bereich. Weiterhin sollen unter Berücksichtigung der Nutzbarkeit des Parks artenreiche Wiesen, Trockenmauern, bodenständige, freiwachsende Hecken, Gräser und Stauden angelegt werden. Das Zulassen dynamischer Entwicklungen ist Teil des Gesamtkonzepts. Eine Zusammenarbeit zwecks Monitoring und Umweltbildung mit dem NABU oder anderen Naturschutzorganisationen ist denkbar und wünschenswert.
Herr Bahne dankt im Namen des Beirates für den interessanten Sachstandsbericht und bittet um Wortmeldungen.
Frau Schiemanowski und Herr Filarsky betrachten die Planungen für die Umgestaltung der Revierparks kritisch. Von den Gesamtausgaben in Höhe von ca. 60 Mio. Euro sind nur ca. 3 Mio. Euro für ökologische Maßnahmen und Klimaschutzprojekte vorgesehen, so dass die Parks nicht mehr als Rückzugsgebiete für Fauna und Flora zur Verfügung stehen. Überproportional vertreten sind dagegen sportliche Aktivitäten, insbesondere Trendsportarten und eine stärkere Belastung für Natur und Landschaft ist zu befürchten. Herr Bothmann entgegnet, dass allein für Biodiversitätsmaßnahmen ca. 1 Mio. Euro eingeplant sind.
Herr von der Bey weist auf Bahnschwellen hin, die seinerzeit bei der Gestaltung der Wasserflächen verbaut wurden. Ferner gibt er zu bedenken, dass Trendsportarten oft nur kurze Zeit betrieben werden und bittet, um Mitteilung zu den Pflege- und Folgekosten. Aufgrund der Hundeproblematik fragt er nach, ob die Anlage weiterer Hundeauslaufflächen vorgesehen ist. Herr Bothmann erläutert, dass hinsichtlich der Folgekosten weitere Diskussionen geführt werden, eine abschließende Beurteilung steht noch aus. Die Anregung für Hundeauslaufflächen wird in den künftigen Planungsgesprächen berücksichtigt.
Herr Grumpe vermisst ein Konzept, Kindern die Natur näher zu bringen. Zudem sollten Spiel- und Klettermöglichkeiten für Kinder vorgehalten werden. Herr Bothmann betont, dass nach dem Handlungskonzept die Revierparks als Spiel- und Lernorte verstanden und entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden.
Frau Hingmann erinnert im Zusammenhang mit dem Konzept „Wohnen am Wasser“ auf die vorhandene Fledermauspopulation und die damit verbundene Lichtproblematik. Nach Herrn Bothmann ist eine innovative und insektenfreundliche Lichtinstallation vorgesehen. Für Baumaßnahmen am Gewässerrand liegen zurzeit noch keine Förderzusagen vor.
Frau Rolf regt an, den Beirat in die weitere Planung mit einzubeziehen und schlägt wegen des engen Zeitplanes die Bildung eines Arbeitskreises vor. Herr Bahne greift die Anregung auf. Folgende Mitglieder stehen für den Arbeitskreis zur Verfügung: Frau Adamczak, Herr Bahne, Herr von der Bey, Herr Filarsky, Frau Hingmann, Herr Kappel, Frau Schiemanowski und Herr Tomec.
