15.02.2018 - 3 Kreuzkrötenkonzept

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Beratung

Frau Rolf führt kurz in das Thema ein und berichtet von der großen Kreuzkrötenpopulation auf dem Gelände „Lager Waldteich“. Im Zusammenhang mit der Errichtung eines neuen Logistik-Zentrums wird für diese Fläche der Bebauungsplan 642 aufgestellt. Die Offenlage des Planes ist für die Zeit vom 23. März bis zum 23. April 2018 vorgesehen. Für die artenschutzrechtlichen Belange hat das Büro Ökoplan-Kordges Hattingen ein entsprechendes Konzept erarbeitet.

Herr Kordges stellt anhand unterschiedlicher Kartenausschnitte die Vorhabenfläche und das Planungskonzept vor. Zunächst listet er die planungsrelevanten Arten auf. Im Artenspektrum Vögel sind dies der Flussregenpfeifer, die Feldlerche, die Heidelerche und der Kiebitz. Für die Amphibien benennt er die Kreuzkröte, ferner den Teichmolch, Teich- und Grasfrosch sowie die Erdkröte. Die Kreuzkröte ist die Ziel- und Charakterart des Waldteichgeländes und hier mit einer überregional bedeutsamen Population von über 9.000 Exemplaren vertreten.

 

Bei der Flächensuche für entsprechende CEF-Maßnahmen (vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen) sollten möglichst im näheren Umfeld oder zumindest im Stadtgebiet von Oberhausen Ersatzflächen herangezogen werden. Als Maßnahmenflächen kommen damit Teile des   Waldteichgeländes, das ehemalige Werkstattgelände und das Umlagerungsbauwerk, das Gelände der ehemaligen Zeche Sterkrade und eine Bahnbrache in Sterkrade in Frage. Im weiteren Stadtgebiet sind noch Teilflächen der Brache Vondern und das Böllhoffgelände vorgesehen.

 

Anschließend stellt Herr Kordges die Gestaltung und den Rekultivierungsplan des Sicherungsbauwerkes, die Zwischenhälterung und Ausweichflächen sowie den „Winter-Krötenknast“ anhand einiger Schaubilder vor.

 

Herr Bahne dankt Herrn Kordges für den informativen Bericht und bittet das Gremium um entsprechende Wortmeldungen.

 

Frau Schiemanowski regt aufgrund der großen Kreuzkrötenpopulation eine vorsichtige Vorgehensweise an und fragt nach, ob die Umsiedlungsmaßnahmen Auswirkungen auf den Gesamtbestand haben, eventuell alternative Standorte zur Verfügung stehen und wer die Kosten für die Umsiedlung und die Unterhaltungspflege trägt. Herr Krodges erläutert, dass die langjährige Freihaltung der Fläche zu einer Explosion der Population führte. Für die Umsiedlungsmaßnahmen sind außer den genannten Standorten keine weiteren Flächen, die dann auch eigentumsrechtlich gesichert werden müssten, vorhanden. Die Kosten der gesamten Maßnahmen trägt der Vorhabenträger. Auf Nachfrage von Herrn Heiermann, ob Umsiedlungsmaßnahmen nicht auch in Nachbarstädten vorgenommen werden könnten, entgegnet Herr Kordges, dass diese Möglichkeiten geprüft wurden, aber geeignete Flächen nicht zur Verfügung stehen.

 

Herr Axt erinnert an den Ausbau der L 215 n und der Betuwe-Linie, die Planungen für das Gelände der ehemaligen Zeche Sterkrade und die Neugestaltung des Alsbachs und betont, die zeitlichen Abfolgen zu beachten. Nach Herrn Kordges sind die Abläufe bereits zeitlich koordiniert worden. Herr Filarsky bittet noch einmal konkret um Mitteilung, ob die Betuwe-Planung nicht die Flächenverfügbarkeit für die Umsiedlungsmaßnahmen beeinträchtigt. Herr Kordges verneint dies. Herr Grumpe bezweifelt die Eignung der Ausweichfläche Brache Vondern und fragt nach möglichen notwendigen Umgestaltungsmaßnahmen. Herr Kordges erwidert, dass früher dort Kreuzkröten vorhanden waren. Die vorgesehenen Flächen sind nun jedoch stark eingewachsen und müssten zuvor hergerichtet werden. Auf die Einwendungen von Herrn von der Bey zu möglichen Auswirkungen von Altlasten auf den Kreuzkrötenbestand erläutert Herr Kordges, dass Altlasten für die Kreuzkröten nicht problematisch sind. Herr Bahne  fragt nach, wie die Kreuzkröten auf die von den anderen Flächen isolierte Brache Vondern und die Böllhoff-Fläche kommen und ob beide Flächen möglicherweise durch einen Tunnel miteinander verbunden werden sollen. Nach Aussage von Herrn Kordges werden die Kröten umgesetzt. Die Tiere sind mobil und nachtaktiv, so dass der Bau eines Tunnels nicht erforderlich ist. 

 

Herr Bahne bedankt sich für die rege Diskussion. Der Beirat wird die weitere Planung aufmerksam beobachten.

 

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