28.09.2017 - 3 Amphibienuntersuchung am NABU-Artenschutzgewäss...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Sitzung:
-
15. Sitzung des Naturschutzbeirates
- Zusätze:
- -mündlicher Bericht (Herr Bodingbauer)-
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Do., 28.09.2017
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 14:00
- Anlass:
- Sitzung
Beratung
Herr Bodingbauer hat im Rahmen einer Bachelor-Arbeit zum Thema „Wasserfallen als Hilfsmittel der Amphibienerfassung“ einen Methodenvergleich ausgewählter Wasserfallentypen durchgeführt und in diesem Zusammenhang das gesamte Arteninventar (Amphibien und Wirbellose) ermittelt. Das Untersuchungsgebiet umfasste das im Jahr 2005 angelegte Artenschutzgewässer am Hiesfelder Wald („NABU-Gewässer“) sowie drei Nebengewässer. Das ca. 750m² große geschlossene und ganzjährig wasserführende Gewässer hat eine Tiefe von max. 1 Meter und wird seit 2006 im Rahmen eines Monitorings durch die BSWR untersucht.
Nachdem bereits im Jahr 2006 einige Teichmolche, Grasfrosch- und Erdkrötenlarven und Teichfrösche vorgefunden wurden, konnte 2007 erstmals der Fadenmolch nachgewiesen werden. Seit 2008 sind acht Amphibienarten, darunter alle 4 heimischen Molcharten beobachtet worden.
Mithilfe von drei unterschiedlichen Typen von Wasserfallen wurden Bestandsaufnahmen im Hauptgewässer und drei Nebengewässern zwischen dem 04.04. und dem 19.04.2017 durchgeführt. Für den Kammmolch wurde, um Aussagen über die Populationsgröße zu erhalten, eine fotographische Dokumentation der gefangenen Exemplare vorgenommen. Mithilfe dieser Methode konnte eine Kammmolch-Population von mindestens 221 Individuen ermittelt werden.
Neben den Molchen konnte auch die Aktivitätsdichte verschiedener Frösche, Larven von Erdkröte und Grasfrosch, sowie zahlreiche Wirbellose (Wasserskorpion, Eintagsfliegen-Larven, Schwimmkäfer und 1 Exemplar des Großen Kolbenwasserkäfers) dokumentiert werden.
Die Anfang des Jahres vorgenommenen Fangergebnisse bestätigen den hohen naturschutzfachlichen Wert des untersuchten Gewässers.
Herr Filarsky zeigt sich überrascht von dem Artenreichtum des Gewässers und fragt nach, ob gezielt Tierarten in dem Gewässer angesiedelt wurden und in den Vorjahren ähnliche Untersuchungsmethoden durchgeführt wurden. Herr Bodingbauer erläutert, dass mit der Errichtung der Anlage im Jahre 2005 Erdkröten ausgesetzt wurden. Alle weiteren Arten haben sich selbst angesiedelt. Frau Schiemanowski beurteilt die Anlage des Gewässers ebenfalls positiv. Zu ihrer Frage zu den natürlichen Feinden und deren Auswirkungen auf die Populationen liegen nach Auskunft von Herrn Bodingbauer und Herrn Schlüpmann keine Untersuchungen vor.
Herr Bahne dankt im Namen des Beirates für den interessanten Sachstandsbericht.
