09.02.2017 - 3 Untersuchungen des Fischbestandes im Stadtgebie...

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Beratung

                       Herr Donoso-Büchner stellt seine Untersuchungsergebnisse dem Beirat vor. So sind nach seinen Erkenntnissen die Auswirkungen der Industrialisierung auf die kleinen Gewässer des Emschersystems erheblich. Sowohl die Karausche als auch der neunstachelige Stichling konnten in den Oberhausener Kleingewässern nicht mehr vorgefunden werden. Dennoch ist die heutige Wasserqualität der von ihm untersuchten Bäche teilweise sehr gut, auch wenn ein erhöhter Mineraliengehalt des Wassers, vermutlich Relikte aus der Zeit des Bergbaus und der Stahlproduktion, vorhanden ist. 

 

In seinem mit vielen detaillierten Bildern unterlegten Vortrag stellt Herr Donoso-Büchner folgende Bachsysteme vor:

 

Alsbach:

Fundorte von Rotaugen und Feuersalamandern. Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven sind sehr zahlreich, Köcherfliegenlarven und Stichlinge vorhanden.

 

Reinersbach:

Stichlinge und zahlreiche Quelljungfern. Aufgrund der guten Wasserqualität sind Bachflohkrebse zahlreich.

 

 

Elpenbach:

Rotaugen und Stichlinge sind hier vorhanden, Bachflohkrebse zahlreich. In dem großen Teich wurden Kois ausgesetzt.

 

Koppenburgs Mühlenbach:

Hier wurden Karpfen und ein nicht identifizierter Krebs vorgefunden; Bachflohkrebse sind zahlreich.

 

Düsselbach:

Die Leitfähigkeit des Wassers ist erhöht. Der Düsselbach führt nur wenig Wasser. Bachflohkrebse sind jedoch vorhanden. Das Areal rund um den Bach ist ein wichtiges Verbreitungsgebiet für den Feuersalamander.

 

Hinterer Weiher/Teich in Vonderort:

Silberreiher, Graureiher und Kormoran sind oft am Gewässer zu beobachten.

Im Teich sind Barsche vorhanden.

 

Läppkes Mühlenbach:

Eine hohe Anzahl der Emschergroppe und Stichlinge sind vorhanden. Dabei wurden bei beiden Arten alle Altersklassen gefunden, was auf eine gute Reproduktion schließen lässt. 

 

Grabensystem im Bereich Dümpterkamp:

Das Grabensystem erstreckt sich vom Dümpterkamp auf Oberhausener Stadtgebiet bis zur Heiermannstraße auf Mülheimer Stadtgebiet. Wasser ist nicht vorhanden.

 

Kleine Emscher:

Das Gewässer ist größtenteils verbaut. Im Oberlauf tritt viel Eisenocker aus. Wasserasseln und Wasserkäferlarven konnten hier gefunden werden.

 

Handbach:

Keine Fische vorhanden, da der Bach im Sommer trocken fallen kann. Wenige Eintagsfliegenlarven, Quelljungfern und Feuersalamanderlarven gefunden.

 

Nassenkampgraben und Tüsselbeck:

Keine Fische vorhanden. Diverse Libellenlarven unterschiedlicher Spezies waren hier häufig. Obwohl der Nassenkampgraben für Neunstachlige Stichlinge bestens geeignet ist, waren keine Exemplare ausfindig zu machen. Die Tüsselbeck war bei der Untersuchung ausgetrocknet.

 

Vennbach:

In diesem Bach, der nicht zum Emschersystem gehört, wurde eine Stichlingunterart vorgefunden.

 

 

Herr Donoso-Büchner berichtete abschließend, dass die Emschergroppe in den hiesigen Gewässern lange als ausgestorben galt, jedoch 2009 in Gladbecker und Bottroper Kleinbächen wiederentdeckt wurde. Seit dem Jahr 2011 setzte man diese Groppenart in mehreren Gewässern der Nachbargemeinden gezielt aus. Inzwischen konnte die Emschergroppe in großer Zahl auch im Läppkes Mühlenbach nachgewiesen werden. Die Hoffnung besteht, dass nach dem Umbau des Emschersystems die Wiederansiedlung dieser Groppenart auch in anderen Bachläufen gelingt.

 

Frau Schiemanowski dankt Herrn Donoso-Büchner für den beeindruckenden Bericht und fragt nach, ob Veränderungen innerhalb der Populationen festgestellt werden konnten. Herr Donoso-Büchner weist auf die erstmaligen Untersuchungsergebnisse hin. Es bedarf weiterer Untersuchungen, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollten, um Abweichungen zu bemerken. Herr Tomec betont im Zusammenhang mit dem Gesamtbericht die Wichtigkeit von Pflegemaßnahmen an Fließgewässern.

 

Herr Bahne dankt im Namen des Beirates für den interessanten Sachstandsbericht. 

 

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