13.06.2017 - 3 Mehr Zeit für Familie, Ergebnisse aus dem Famil...

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Beratung

Herr Braukmann berichtet mittels einer Power Point Präsentation über die Ergebnisse des Familienberichtes NRW. Diese ist im Ratsinformationssystem hinterlegt. Er benennt den Zeitmangel als zentrales Problem von Familien in NRW und stellt die identifizierten Ursachen hierzu dar und erläutert potenzielle Handlungsfelder für Kommunen. Weiterhin weist er auf die Notwendigkeit zur Einrichtung einer koordinierten Familienzeitpolitik hin. Wie der Power Point Präsentation zu entnehmen ist, werden als sogenannte „Zeitfresser“ zu einem hohen Anteil die langen Arbeitszeiten, Belastungen durch Haushalt, ungünstige/unflexible Arbeitszeiten, Belastungen durch schulische Anforderungen an die Kinder, die langen Schulzeiten der Kinder und Fahrten zum Arbeitsplatz genannt.

 

Frau Schadt bedankt sich für die Darstellung und hebt die Wichtigkeit von koordinierter Zeitpolitik hervor. Dabei stellt sie besonders die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitmodelle in den Fokus und auch die Notwendigkeit zur Optimierung von Öffnungszeiten öffentlich zu nutzender Freizeiteinrichtungen.

 

Herr Wilger erfragt regionale Vergleichsdaten und wünscht Informationen zur Entwicklung potenzieller Problemlagen von Familien.

 

Frau Boos weist darauf hin, dass es deutlich wichtiger erscheint, die vielfältigen Angebote für Familien auch entsprechend öffentlich zu platzieren und Plattformen zu entwickeln um Familien erreichen zu können.

 

Herr Braukmann erläutert, dass nur Daten für NRW zugrunde gelegt wurden und Vergleichsdaten im eigentlichen Sinne nicht existieren. Entsprechende Zahlen können aber jederzeit in einzelnen Kommunen abgerufen werden. Die Problemlagen der Kommunen variieren allerdings. Die potenziellen Handlungsfelder der Kommunen liegen seiner Meinung nach insbesondere in einer zeiteffizienten Mobilität, einer bedarfsgerechten Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur, einer familienbewussten Arbeitswelt und Ausbildung, erreichbarer und flexibler Gesundheitsangebote, flexibler Bereitstellung von Dienstleistungen und Versorgung, einer bürgernahen und serviceorientierten Verwaltung und familienorientierter Freizeitangebote.

 

Seiner Ansicht nach gibt es zur Lösung von Problemen kein Patentrezept. Für die familienpolitischen Akteurinnen und Akteure stellen vielmehr Workshops zur Erarbeitung derselben ein probates Mittel dar.

 

Frau Schmidt bedankt sich für die Darstellung und erkennt insbesondere beim Thema der Mobilität justierbare Faktoren für Oberhausen.

 

Nach Ansicht von Frau Cremer ist in den Kommunen aber auch die Kosten-Nutzen- Analyse in den Blick zu nehmen. Es stellt sich die Frage, welche Ausgaben einer wirksamen Zeitpolitik den Einnahmen zugrunde gelegt werden können.

 

Herr Braukmann stellt dar, dass finanzielle Vergünstigungen der Kommune oft nicht sofort zugutekommen. Er sieht den potenziellen Nutzen für die Kommune insbesondere in einer erhöhten Attraktivität, einer Fachkräftesicherung, einer Verbesserung der sozialen Durchmischung der Kommune, höherer Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich, einer besseren Auslastung kommunaler Infrastruktur und Vermeidung von Leerständen, geringeren Sozialleistungen und einer Steigerung der Standortqualität für Unternehmen und damit langfristig auch einer Stärkung der Wirtschaft vor Ort.

 

Frau Costecki ergänzt, dass die Dienstvereinbarung zur alternierenden Teleheimarbeit voraussichtlich Ende Sommer 2017 in Kraft tritt und somit das Angebot der Stadtverwaltung an flexiblen Arbeitszeitmodellen notwendig ergänzt. Das Familienteam arbeitet mit den familienpolitischen Leitlinien an wichtigen Fragestellungen zum Thema und insbesondere der Wettbewerb „Familienfreundliche Unternehmen“ stellt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Fokus. Am 04.07.2017 ist hierzu ein „Come together“ der Unternehmen im Legoland geplant.

 

Zum Thema „Väter“ gibt es verschiedene geplante und bereits umgesetzte Aktivitäten. Im Gleichstellungsausschuss am 06.09.2017 berichtet die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit. In der Sommerausgabe der Mitarbeiter/innenzeitung MEMO startet erstmalig die Reihe „Väter im Fokus - die neue Väter-Generation!“ Hier gibt die Gleichstellungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Familienteam Vätern eine Stimme. Auch ist ein Seminar für Führungskräfte zum Thema „Sensibilisierung der Familienfreundlichkeit“ geplant.

 

Frau Münich stellt dar, dass das bedarfsgerechte Ausbauen von Angeboten für Familien immer fokussiert betrachtet wird. Dies ist zumeist mit hohen Investitionen verbunden und jede Kommune muss hierbei gesondert betrachtet werden. Dabei können die Fragen „Was kann am ehesten finanziert werden?“ und „Wovon profitieren alle Familien?“ nicht außen vor bleiben. Sie wünscht sich hierzu ein „best practice“- Modell.

 

Herr Braukmann erläutert, dass es sicherlich in keiner Kommune eine vollumfängliche Bedarfsabdeckung gibt. Er stellt Aachen als positives Beispiel für das Mitdenken von Zeitbedarfen bei Bauvorhaben heraus.

 

Frau Opitz gibt zu bedenken, dass auch Familienzeit für Familien finanzierbar sein muss und der Schwerpunkt auf dem zur Verfügung stehenden Familieneinkommen liegt.

 

Frau Schadt und Frau Opitz wünschen sich mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten für Schwimmbäder und kritisieren die Praxis in Oberhausen. Frau Müthing stimmt der fehlenden Flexibilität im genannten Fall nicht zu.

 

 

 

 

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