02.02.2017 - 5.3 Zwei Anträge gemäß § 2 der GO zur Fällung einer...

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Beratung

Gegen den Vorschlag von Herrn Bezirksbürgermeister Real auf Zusammenfassung der Tagesordnungspunkte 5.3.1 und 5.3.2 aufgrund des sachlichen Zusammenhanges bestehen von Seiten der Bezirksvertretung Sterkrade keine Einwände.

 

Herr Bezirksbürgermeister Real begrüßt Herrn Mehmet Beytekin von der Deutschen Reihenhaus AG, den Stadtförster Herrn Halm und die anwesenden betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner.

 

Frau Baudek geht kurz auf die bisherige Planungshistorie für diesen Bereich ein. Danach hätte dort nach dem ursprünglichen Baurecht, wie an anderen Stellen in Oberhausen auch, 6-geschossig gebaut werden können. In den 90er Jahren wurden die Planungen überprüft und es fand ein städtebaulicher Wettbewerb für ca. 150 - 200 Wohneinheiten statt. Im Zuge der weiteren Planungen wurde der Bebauungsplan Nr. 394  - Tackstraße/Emmericher Straße/Holtstegstraße - aufgestellt. Hierzu haben mehrere öffentliche Auslegungen und eine Bürgerversammlung Ende 1996 stattgefunden, wo aufgrund verschiedener Anregungen mehrere Änderungen stattgefunden haben. In 2005 ist erneut eine marginale Änderung des Bebauungsplanes wegen einer Parkfläche erfolgt. Im Rahmen der Offenlage sind keine Anregungen eingegangen. Städtebaulich ist die Baumaßnahme auch positiv wegen des Schallschutzes für die anderen Anwohnerinnen und Anwohner. Der Spielplatz dort war nicht erforderlich. Die Linde sollte ursprünglich erhalten werden.

 

Eine Verständnisfrage von Herrn Ingendoh zur Notwendigkeit des Spielplatzes und der rechtlichen Einschätzung nach der Landesbauordnung wird von Herrn Beytekin dahingehend beantwortet, dass dieser danach nicht notwendig gewesen wäre. Grundsätzlich bietet die Deutsche Reihenhaus AG aber einen Spielplatz bei ihren Bebauungen an.

 

Herr Cordes hält diese Bebauung für Familien mit Kindern ideal.

 

Nach einer umfangreichen Vorstellung der Deutschen Reihenhaus AG und seinem Aufgabengebiet dort geht Herr Beytekin auf den WAZ-Presseartikel ein und erläutert die Notwendigkeit für den Fällantrag der Obstbäume. Die Linde sollte erhalten bleiben und war somit nicht Bestandteil dieses Fällantrages. Während der Bauarbeiten sind Probleme mit der Linde festgestellt worden. Der Baum wurde von einem staatlich geprüften Baumsachverständigen durch Messungen geprüft. Aufgrund der Zweistämmigkeit der Linde hätte dieser Wuchs langfristig mangels Verkehrs- und Standsicherheit eine Gefährdung dargestellt. Daher wurde ein zusätzlicher Antrag auf Fällung dieser Linde gestellt.

 

Frau Beigeordnete Lauxen erläutert das Genehmigungsverfahren zur Fällung eines Baumes und die damit verbundenen notwendigen Überprüfungen. Die Überprüfung  muss nicht durch einen staatlich geprüften Baumsachverständigen durchgeführt werden. Hierfür reicht auch ein sogenannter "Fachmann" aus. In diesem Fall hat der zuständige Fachmann der OGM GmbH, Herr Bauta, den Baum anhand des Gutachtens vor Ort überprüft. Das Gutachten wurde auch anderen Fachleuten ohne Ortsbegehung vorgelegt. Als Fazit war festzuhalten, dass der Baum gefällt werden musste.

 

Herr Halm hat nur das Gutachten, aber nicht den Baum vor Ort geprüft. Grundsätzlicher Schwachpunkt dieses Baumes ist ein mehrstämmiger Zwiesel (Baumgabelung) gewesen, der deshalb hinsichtlich einer Verkehrsgefährdung nur sehr schlecht einschätzbar war. Bei entsprechenden Gerichtsverfahren werden diese Schadensfälle unterschiedlich beurteilt. Abschließend erläutert Herr Halm sehr ausführlich die unterschiedlichen Zwieselarten und die damit verbundenen Problematiken.

 

Auf die Frage von Herrn Bron nach der Fällung dieser Linde ohne Ortsbesichtigung teilt Herr Halm mit, dass Herr Bauta den Baum vor Ort überprüft hat.

 

Für Herrn Ingendoh hat die gesamte Situation wegen des Vorgehens der Stadt Oberhausen in dieser Angelegenheit ein gewisses "Geschmäckle". Herr Ingendoh verweist aber auch auf die ausführliche Berichterstattung des Herrn Halm und den bereits in anderen Situationen kennengelernten und geschätzten Sachverstand des Herrn Bauta.

 

Herr Nowak geht ebenfalls kurz auf den Sachverhalt und diese Baumproblematik ein.

 

Herr Axt weist bei einem Schadensfall in einer solchen Situation auf das Problem der Übernahme der Verantwortlichkeit hin, die man nicht außer Acht lassen darf.

 

Die Wortmeldung eines betroffenen Anwohners wird von Herrn Bezirksbürgermeister Real mit Zustimmung der Bezirksvertretung Sterkrade und dem Hinweis auf die gerade sehr ausführliche Diskussion zu dieser Problematik abgelehnt.

 

Die Bezirksvertretung Sterkrade nimmt die beiden mündlichen Berichte zur Kenntnis.