17.11.2016 - 5 Straßenbaumkonzept - Sachstand

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Beratung

                       Herr Werntgen-Orman stellt das Straßenbaumkonzept vor. Bereits im Jahr 2005 hat der Rat der Stadt Oberhausen ein Handlungs- und Finanzierungskonzept zum Erhalt und zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Straßenbaumbestandes in Auftrag gegeben. Mit diesem Konzept, das sowohl ökologische wie wirtschaftliche Belange berücksichtigt, soll der Baumbestand kontinuierlich mit geeigneten Baumarten verjüngt werden, um das Stadtbild nachhaltig erhalten zu können.

 

                        Historisch gesehen wurden seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in den Städten des Ruhrgebietes als Ersatz für verlorene Naturräume Alleen und Parks angelegt. In Oberhausen erfolgte dies zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gepflanzt wurden damals vorwiegend industrieharte Bäume, nach dem 2. Weltkrieg überwiegend schnellwachsende Bäume. Aktuell umfasst der Baumbestand ca. 23.000 Straßenbäume (hiervon ca. 30% Platanen) mit einem hohen Anteil alter Bäume.

 

                        Im Jahr 2006 wurde mit dem „Alleenkonzept“ begonnen. Hierbei wurden in zwei Stufen 22 Straßenzügen priorisiert, in denen über 1200 Bäume gefällt bzw. ausgetauscht werden sollen. In 2013 wurde ein Zwischenergebnis vorgelegt. Danach wurden zwischen 2006 und 2013 insgesamt 176 Bäume entnommen. Im Zusammenhang mit dieser Bestandsaufnahme wurde auch deutlich, dass in dem genannten Zeitraum weitergehende Schädigungen (Pilzbefall, Stammmorschungen etc.) festgestellt wurden. Aufgrund dieser Erkenntnisse war eine neue Priorisierung erforderlich und Modifizierungen wurden vorgenommen.

 

Der Sturm „ELA“ an Pfingstmontag 2014 hat deutlich gezeigt, dass zur Erhaltung eines vitalen Straßenbaumbestandes das bisherige Konzept weitergeführt und nach Möglichkeit beschleunigt werden sollte. Als Grundlage einer erweiterten Planung soll daher eine flächendeckende Ermittlung des Straßenbaumbestandes durch die OGM GmbH und die Fachverwaltung erfolgen.

 

Ohne ein strategisches Konzept wird der alte Straßenbaumbestand in Oberhausen in den nächsten 20 Jahren abgängig sein. Die aktuell bei der Fachverwaltung durchgeführte Erfassung und Priorisierung orientiert sich eng an dem Konzept aus dem Jahr 2006, berücksichtigt aber intensiver den Klimawandel und dessen Folgen.

 

                        Herr Bahne dankt im Namen des Beirates für die Ausführungen und bittet um Fragen aus dem Gremium. Frau Hingmann schlägt vor, den Zeitraum der Fällmaßnahmen zu strecken, bei den Neupflanzungen heimische Baumarten zu berücksichtigen und fragt an, wann entsprechende Nachpflanzungen erfolgen. Herr Werntgen-Orman erläutert, dass, nachdem die Wurzeln der gefällten Bäume ausgefräst wurden, grundsätzlich noch in der gleichen Pflanzperiode die neuen Bäume gesetzt werden sollen.

 

                        Frau Schiemanowski und Herr Filarsky raten, durch intensive Pflegemaßnahmen den Erhalt des Baumbestandes zu fördern und nur behutsam Fällungen vorzunehmen, wenn diese unbedingt notwendig werden oder Gefahrenlagen eintreten. Frau Schiemanowski weist noch darauf hin, dass durch den Klimawandel Bäume inzwischen früher abgängig werden und hält eine intensive Begutachtung für sinnvoll. Im Zusammenhang mit erforderlichen Pflegemaßnahmen sollten auch Bürgerinnen und Bürger verstärkt eingebunden werden. Herr Werntgen-Orman entgegnet hierauf, dass keine radikalen Fällmaßnahmen oder ein Kahlschlag geplant seien. Damit der Baumbestand jedoch auch für kommende Generationen erhalten bleibt, ist die Einleitung entsprechender Maßnahmen umgehend erforderlich.

 

                        Nach Ansicht von Herrn Depping sollten Fällungen nur bei Bedarf erfolgen und nicht komplette Straßenzüge kahlgeschlagen werden. Herr Werntgen-Orman stellt klar, dass das Straßenbaumkonzept abschnittsweise umgesetzt werden soll.