03.11.2016 - 5.8 Abarbeitung Alleenprogramm - mdl. Sachstandsber...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.8
- Gremium:
- Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
- Datum:
- Do., 03.11.2016
- Status:
- gemischt
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Beratung
Herr Kompa erläutert ausführlich den Antrag mit besonderem Verweis auf die Unzulänglichkeiten auf der Bismarckstraße hinsichtlich den dort vorgenommenen Abholzungen und der Tatsache, dass der dortige Mittelstreifen als Parkstreifen verunglimpft wird.
Frau Beigeordnete Lauxen reflektiert auf ihren ausführlichen Bericht im Umweltausschuss zur gleichen Thematik, räumt jedoch ein, dass das Alleenprogramm zeitweise nicht konsequent umgesetzt wurde.
Im Rahmen einer grundsätzlichen Überplanung soll ein Konzept inklusive einer Budgetplanung durch ein sog. „Baumforum“ bestehend aus Vertretern von Stadt, Politik und Fachleuten, erarbeitet werden, so dass eine sinnvolle Planung von Grün im Sinne des Parkstadt-Charakters und des Alleenprogramms sichergestellt wird.
Das erste Treffen des „Baumforums“ soll noch in diesem Jahr stattfinden.
Für den Bereich der Bismarckstraße sichert sie eine kurzfristige Inaugenscheinnahme zu. Das Ergebnis dieser Inaugenscheinnahme wird der Niederschrift beigefügt.
Anschließend nimmt die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen die mündlichen Ausführungen zur Kenntnis.
Stellungnahme der Verwaltung:
Nach dem Sturm ELA am 9.6.14 wurden ca. 7 Bäume in der Bismarckstraße beschädigt, sodass diese gefällt werden mussten. Im Herbst 2016 wurden diese freien Baumstandorte im Rahmen eines Förderantrages mit Jungbäumen nachgepflanzt.
Diese Jungbäume (Spitzahorn) haben die Qualität Hochstamm 3 mal verpflanzt, 16/18 cm Stammumfang in einem Meter über dem Erdreich gemessen. Ein Baum der Qualität Stammumfang 16/18 ist mindestens 3 mal verpflanzt in der Baumschule. Dieses Verpflanzen dient dazu, dass der Baum einen kompakten und dichten Wurzelballen einschließlich Faserwurzeln ausbildet. Ein so ausgebildeter Wurzelballen birgt die größten Anwachschancen für den gepflanzten Baum, da er schnell und gleichmäßig am neuen Standort mit seinem kompakten Wurzelsystem in den anstehenden Boden eindringt um Nährstoffe und Wasser aufzunehmen und Halt für die Standfestigkeit zu bekommen.
Ein weiteres Merkmal des Hochstamm mit einem STU von mind. 16/18 cm ist, dass dieser Baum schon einen korrekt ausgebildeten Leittrieb hat. Das heißt, dass dieser Baum soweit verschult ist und alle notwendigen Jungbaumschnitte erfolgt sind, sodass der Baum eigenständig eine gute Krone ausbilden kann. Ein Baum kleinerer Qualität würde mehr Pflege in Form von Jungbaumschnitten erfordern, um sich gut und verkehrssicher im Kronenaufbau auszubilden. Größere Qualitäten würden zwar dem Ausgleich eher gerecht werden, sind aber deutlich teurer in der Anschaffung und aufwendiger im Verpflanzen und der Pflanzerfolg ist geringer, die Ausfälle höher.
Die Bismarckstraße mit den damals 174 Platanen war im Alleenkonzept aus dem Jahre 2005 in Stufe drei enthalten. Die Gründe hierfür kenne ich leider nicht. Damals gab es jedoch keine geschützten Alleen.
In dem neu zu bearbeitenden Straßenbaumkonzept sind die Platanen der Bismarckstraße nicht enthalten, da die Bäume heute Bestandteil einer geschützten Allee nach Landschaftsgesetz NRW § 47 a sind und unter besonderem Schutz stehen.
Fachlich gesehen besteht kurzfristig laut Herrn Bauta ebenfalls kein Handlungsbedarf, da die Platanen auf dem Mittelstreifen stehen und zu den Hausfassaden sowie untereinander einen ausreichenden Abstand aufweisen. Der Zustand der Bäume ist zufriedenstellend. Die hohe Aufastung ist ein Schönheitsmakel, der Kronenansatz beginnt erst ungefähr bei 9 Meter Höhe. Dennoch sind die Kronen relativ gleichmäßig ausgebildet. Eine vermehrte Ausbildung von Totholz ist nicht bekannt.
