28.01.2016 - 4.2 Veränderung der bibliothekarischen Infrastruktu...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Beratung

Anhand einer PowerPoint-Präsentation erläutert Herr Kluge-Jindra die Gründe für die Schließung der Stadtteilbibliothek in Schmachtendorf und verweist auf die vielen, bereits im Vorfeld stattgefundenen Überlegungen dazu. Mit der Eröffnung der Stadtbücherei am 04.03.2016 wird eine Verbesserung der bibliothekarischen Situation in Sterkrade erreicht. 

 

Herr Kluge-Jindra geht kurz wegen der Personalprobleme auf die Öffnungs- und Schließungszeiten in Schmachtendorf ein, da aufgrund der Haushaltssicherungskonzepte in der Vergangenheit Personal eingespart werden musste.

 

Die neue Bibliothek wird neben durchgehenden Öffnungszeiten auch eine Vielzahl von neuen Angeboten bereithalten, für die zusätzliches Personal benötigt wird. Des Weiteren zeigt die Nutzungsstatistik für die Stadtteilbibliothek Schmachtendorf einen Rückgang der Ausleihen von ca. 50 Prozent für den Zeitraum 2011 - 2015. Durch geänderte Öffnungszeiten in Schmachtendorf und einer neuen Leitung wurde versucht, diesen Trend zu stoppen.

 

Auch die Aufenthaltsqualität und der bauliche Zustand der Stadtteilbibliothek sind nicht mehr zeitgemäß. Ein Anzeichen für eine notwendige Veränderung in Schmachtendorf ist auch die fehlende Nachfrage der Schulen nach den Angeboten der Stadtteilbibliothek. Eine Änderung ist nur mit mehr Personal und einer baulichen Veränderung möglich.

 

Vor diesem Hintergrund wurde überlegt, die Stadtteilbibliothek zu schließen und dafür in Schmachtendorf eine automatisierte Medienausleihe für ca. 800 - 1.000 Medien vorwiegend mit einem Angebot von Belletristik für ältere Menschen, nutzbar an sieben Tagen in der Woche, an einem dafür noch zu wählenden Standort aufzustellen. Gleichzeitig wird ein Bestellservice angeboten, der eine Befüllung der Medienausleihe mit gewünschten Büchern innerhalb von 24 Stunden ermöglicht. Außerdem kann der kostenpflichtige Hol- und Bringdienst der Stadtbibliothek Oberhausen für die Medien von und nach Hause genutzt werden.

 

Die bisherige Fläche der Stadtteilbibliothek soll in ein schulinternes Medienzentrum umgewandelt werden, woran die Heinrich-Böll-Gesamtschule mangels ausreichender eigener Flächen ein großes Interesse hat.

 

Gegen die Worterteilung des Herrn Bezirksbürgermeister Real an Frau Rosemarie Grochut bestehen von Seiten der Bezirksvertretung Sterkrade keine Einwände.

 

Frau Grochut spricht sich gegen die Schließung aus, da die Stadtteilbibliothek auch von vielen älteren Menschen genutzt wird und aus dem Raum Schmachtendorf als Zuzugsgebiet auch weiterhin eine Nachfrage bestehen wird.

 

Für seine Fraktion meldet Herr Cordes noch weiteren Abstimmungsbedarf an. Die SPD-Fraktion wird darüber im Rat entscheiden. Außerdem bittet Herr Cordes die Verwaltung um Bekanntgabe der von Herrn Kluge-Jindra angesprochenen Standorte für die Medienausleihe in Schmachtendorf.

 

Wegen der Standorte für die Medienausleihe bittet Frau Axt auch um die Einbindung der Interessengemeinschaft Schmachtendorf. Die neuen Öffnungszeiten in Sterkrade sind ein Gewinn, aber wegen des Haushalts steht zusätzliches Personal nicht zur Verfügung. Da in Schmachtendorf viele ältere Bürgerinnen und Bürger die Stadtteilbibliothek nutzen, fragt Frau Axt nach der Möglichkeit der Öffnung an nur einem Tag in der Woche.

 

Herr Koch spricht sich gegen die Schließung der Stadtteilbibliothek aus, da ein Automat keine Aufenthaltsqualität bietet und ältere Mensche damit Probleme haben. Für Herrn Koch ist Kultur nicht an Kosten zu messen.

 

Herr Nowak geht auf die Statistik der zurückgegangenen Ausleihen ein und fragt nach den getroffenen Maßnahmen. Des Weiteren bemängelt Herr Nowak die fehlende Beratung an einem Automaten und hinterfragt ausführlich die Angaben zu dem Personaleinsatz. Herr Nowak lehnt den Verwaltungsvorschlag ab und schlägt stattdessen erst einmal eine Überprüfung im Herbst anhand der dann vorliegenden realen Zahlen vor.

 

Herr Ingendoh geht kurz auf einen Presseartikel von Herrn Manfred Flore ein und ist erschüttert über das Verhalten seiner Kolleginnen und Kollegen, die dieses wichtige Thema jetzt nicht diskutieren wollen, sondern es erst einmal verschieben. Herr Ingendoh macht deutlich, dass er auf der einen Seite die neue Stadtbücherei Sterkrade mit ihrem erweiterten Angebot begrüßt, aber als Schmachtendorfer auch die Reaktionen im Ortsteil nachvollziehen kann. Mit Blick auf die Haushaltslage ist aber leider nicht alles umsetzbar.

 

Frau Cremer schlägt vor, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität der neuen automatischen Medienausleihe den Standort in der Nähe von einem Cafe zu wählen.

 

Mit Hinweis auf das bereits von Herrn Nowak mitgeteilte Votum fragt Herr Bron nach der Meinung der anderen Parteien in der Bezirksvertretung Sterkrade. Da zeitgleich zur Bezirksvertretung Sterkrade auch der Arbeitskreis Kultur dieses Thema behandelt, will die SPD-Fraktion hier nicht vorgreifen und sich dazu erst im Rat äußern.

 

Herr Ingendoh geht kurz auf den Wunsch der Frau Axt nach der Beteiligung der Interessengemeinschaft Schmachtendorf ein, die eine Interessenvertretung der Kaufleute ist. Nach einer zweijährigen Diskussion zeigt sich Herr Ingendoh wegen der fehlenden Äußerungen zu diesem Thema von der SPD-Fraktion enttäuscht. Als Hinweis für die weitere Entscheidungsfindung wird Herr Ingendoh der Vorlage so zustimmen.

 

Herr Beigeordneter Motschull weist darauf hin, dass der gesamte Verwaltungsvorstand dieses Vorhaben unterstützt. Auch für den Kämmerer, der gleichzeitig auch der Kulturdezernent ist, war es eine sehr schwierige Entscheidung.

 

Auf die gesammelten Fragen geht Herr Kluge-Jindra wie folgt ein. Wegen der Möglichkeit der Öffnung der Stadtteilbibliothek Schmachtendorf teilt Herr Kluge-Jindra Frau Axt mit, dass zukünftig die Räumlichkeiten von der Heinrich-Böll-Gesamtschule genutzt werden, die dann auch der Hausherr ist. Herr Kluge-Jindra stimmt Herrn Koch dahingehend zu, dass die Aufenthaltsqualität und das Arbeiten mit Angeboten in einer Bibliothek ein ganz wichtiges Thema sind. Dies kann aber in Schmachtendorf nicht umgesetzt werden, sondern nur in Sterkrade, wo dann auch die personellen Kapazitäten benötigt werden. Auf Herrn Nowak eingehend, ist das Thema Ehrenamtlichkeit in Bibliotheken in Oberhausen nicht neu, da alle Schulbibliotheken so betrieben werden. Aber die neuen Angebote in Sterkrade können nicht mit ehrenamtlichem Personal umgesetzt werden. Abschließend informiert Herr Kluge-Jindra Herrn Bron dahingehend, dass die alten Öffnungszeiten mit der Schließung in der Mittagszeit und am Montag erst einmal weiter bestehen bleiben, sollte dem Vorschlag der Verwaltung nicht gefolgt werden.

 

Herr Bezirksbürgermeister Real erläutert kurz die Beratungsfolge für diese Vorlage, die erst in der übernächsten Ratssitzung beschlossen wird.

 

Herr Cordes geht kurz auf den bisherigen politischen Umgang der Fraktionen miteinander ein und erläutert noch einmal, warum seine Fraktion erst im Rat eine Entscheidung dazu treffen wird.

 

Herr Ingendoh gibt Herrn Cordes hinsichtlich des politischen Umgangs recht, verweist in diesem Zusammenhang aber auch auf die seit bereits zwei Jahren stattfindenden Diskussionen. Außerdem besteht mit der katholischen Bücherei in Schmachtendorf, deren Mitgliedschaft konfessionsunabhängig ist, zukünftig weiter eine öffentliche Bibliothek im Ortsteil.

 

Wenn die Stadtteilbibliothek Schmachtendorf geschlossen wird, plädiert Herr Nowak wieder für den Einsatz des Bücherbusses.

 

Die Bezirksvertretung Sterkrade nimmt die Vorlage ohne Votum zur Kenntnis.

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Beschluss

 

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