05.02.2015 - 5 Baumfällungen und Gehölzrodungen im Außenbereic...

Reduzieren

Beratung

Herr Hüttner stellt dem Gremium den nachfolgen Bericht vor:

 

1.              Durchforstungen im Stadtwald, Öffentlichkeitsarbeit

 

Wie im Landschaftsbeirat mehrfach berichtet, gibt es seit Ende 2013 aus Teilen der Öffentlichkeit deutliche Kritik an der Durchforstung bestimmter Waldbestände. Dabei wurde die Intensität der Durchforstungen nicht erhöht. Alle Maßnahmen bewegen sich in dem seit Jahrzehnten üblichen Rahmen und entsprechen den Vorgaben der mittelfristigen Planung für die Pflege und Nutzung der städtischen Wälder (Forsteinrichtung), der der Umweltausschuss am 08.03.2012 einstimmig zugestimmt hat.

 

Der wesentliche Grund für die Kritik aus Teilen der Bürgerschaft dürfte gewesen sein, dass in der Fällperiode 2013/2014 Altbestände (Volksgarten, Stadtwald am Revierpark) durchforstet wurden, die besonders intensiv für die Naherholung genutzt werden. Ziel der Durchforstungen der Altbestände ist eine allmähliche Verjüngung der Bestände unter Vermeidung von Kahlflächen.

 

Bislang wurden die alljährlichen forstlichen Maßnahmen als laufendes Geschäft der Verwaltung, in der Regel ohne detaillierte Vorstellung der einzelnen Maßnahmen in Politik und Öffentlichkeit durchgeführt.

 

Um einer Wiederholung der Kritik entgegenzuwirken, wurde vor Beginn der Durchforstungen 2014/2015 intensiv und detailliert informiert:

 

- Umweltausschuss                                          27.11.2014

- Landschaftsbeirat                                          04.12.2014

- Bezirksvertretung Osterfeld                              02.12.2014

- Öffentliche Begehung Kapellenstraße     17.12.2014

- Öffentliche Begehung Jägerstraße                  14.01.2015

- Bezirksvertretung Sterkrade                              29.01.2015

 

Die Öffentlichkeitsarbeit fand bei den Teilnehmern und in der Presse großen Anklang. Fast alle Vorbehalte gegen die Maßnahmen konnten ausgeräumt werden.

 

Die Durchforstungsmaßnahmen werden seit dem 15.01.2015 umgesetzt und anscheinend von der Bevölkerung akzeptiert. Es ist sicher sinnvoll die Ergebnisse der forstlichen Maßnahmen nochmals im Sommer exemplarisch im Rahmen einer Ortsbegehung zu präsentieren. Dies kann - falls

gewünscht - mit der Bereisung des Landschaftsbeirates verbunden werden.

 

 

2.              Durch das Sturmtief ELA im Wald verursachte Schäden

 

Am 09./10.06.2014 wurden durch das Sturmtief im Stadtwald 700 Festmeter Stammholz (etwa 400 Bäume) geworfen. Dies entspricht ca. 45 % des durchschnittlichen Jahreseinschlages. Die Holzeinschlagsplanung für 2014/2015 wurde entsprechend verringert, eine Übernutzung somit vermieden. In erster Linie sind die Bestände im Süden des Stadtgebietes betroffen.

 

Der nördlichste erheblich betroffene Waldbestand ist der Volksgarten Osterfeld. Gravierende Schäden, die die Pflege längerfristig beeinflussen, sind insbesondere an der Knappenhalde und im Stadtwald Osterfeld um den Revierpark Vonderort entstanden. Auf der Knappenhalde sind größere Blößen im Hangbereich entstanden; hier sind nachfolgende Erosionsschäden nicht auszuschließen. Im Bereich des Revierparkes sind einige mächtige ca. 180 jährige Buchen umgestürzt. Das forstliche Ziel, Altholz dort nur langsam zu verjüngen, wird somit erheblich erschwert. Den Waldbesuchern sollte durch die verschiedenen Sturmereignisse der letzten Jahre bewusst sein, dass der Wald bei Sturmwarnungen nicht betreten werden sollte. Allerdings ist jetzt zu entscheiden, wie mit den entstandenen Lücken umzugehen ist. Dabei ist es ökologisch sinnvoll, kleinere Lücken (bis etwa 0,2 ha) der natürlichen Sukzession zu überlassen (dies wird von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet und der neuen Biodiversitätsstrategie des Landes bestätigt).

 

Ich sehe deshalb derzeit nur einen geringen Bedarf für Aufforstungen.

 

 

 

3.              Sturmschäden an Straßen und in öffentlichen Anlagen

 

Wesentlich problematischer ist der Umgang mit den Schäden in öffentlichen Anlagen und an Straßen. Wie bereits am 25.09.2014 im Landschaftsbeirat berichtet, sind hier insgesamt ca. 400 überwiegend große und markante Bäume umgestürzt oder mussten aufgrund der massiven Schädigung gefällt werden. Zusätzlich war bei ca. 800 Bäumen (1.100 einschließlich Wald) eine unterschiedlich starke Kronenpflege erforderlich. Diese Bäume werden auch in Zukunft für einen erhöhten Kontroll- und Pflegeaufwand sorgen. Zwar stehen die Gesamtkosten (einschließlich Nachpflanzungen) noch nicht endgültig fest, die vom Land und von privaten Spendern bereit gestellten Gelder werden jedoch höchstens die Hälfte der Kosten decken. Außerdem ist die Frage zu beantworten, wo und welche Baumarten nachgepflanzt werden. Dort, wo einzelne Bäume aus einem größeren Bestand entfallen sind, ist eine Nachpflanzung oft fachlich nicht sinnvoll, bei Straßenbäumen stellt sich manchmal auch die Frage, ob der vorhandene Standort (angesichts zunehmender Stürme) grundsätzlich für Baumpflanzungen geeignet ist. Die Diskussion über den zukünftigen Umgang mit städtischen Bäumen angesichts der zunehmenden Sturmereignisse und auch vermehrter Krankheitsbilder wird derzeit vielerorts geführt und die damit verbundenen Fragen müssen teils grundsätzlich aber auch standortbezogen geklärt werden.

 

 

4.              Fällungen städtischer Bäume außerhalb der Sturmschadensproblematik und außerhalb der Wälder, Verkehrssicherung

 

a)              Volkspark Sterkrade: 22 Laubbäume, überwiegend Pappeln, davon 9 bereits abgestorben

 

b)              An Koppenburgs Mühlenbach: 11 abgängige Buchen, Pappeln und Weiden

 

c)              Im Kaisergarten: 4 Bäume im Gehege, die die Feuerwehrzufahrt behindern

 

d)              Am Kastell Holten: 4 Bäume, 3 Pappeln und 1 Eiche

 

e)              Im Ruhrpark: 4 Pappeln

 

f)              Auf dem OLGA-Gelände: 2 Robinien

 

g)              Eine große Pappel am Westfriedhof (eventuell)

 

h)              Die große Pappel am Schmachtendorfer Teich

 

i)              Im Bereich Stadion Niederrhein: 4 alte Platanen und 2 kleine Bergahorne

 

Aufgrund des stark gestiegenen öffentlichen Interesses an den forstlichen Maßnahmen und wegen der durch das Sturmtief ELA entstandenen Schäden liegt der Schwerpunkt des diesjährigen Berichtes außerplanmäßig sehr stark auf den Bäumen in städtischem Eigentum.

 

Im Folgenden soll noch auf verschiedene Maßnahmen auf nicht städtischen Flächen eingegangen werden:

 

Emschergenossenschaft

              Kürzlich wurde der Bereich für die Renaturierung des Unterlaufes des Läppkes-Mühlenbaches gerodet (einschließlich Baumfällungen)

 

              Die Rodungen im Zuge der Bauarbeiten für den Emscherkanal wurden im Wesentlichen bereits Anfang 2014 durchgeführt. Ich habe kürzlich darauf hingewiesen, dass eventuell erforderliche weitere Fällungen bis zum 01. März 2015 durchgeführt werden müssen.

 

 

Wasser- und Schifffahrtsamt (RHK)

In diesem Jahr sind keine größeren Maßnahmen geplant

Ruhrorter Straße im Bereich einer Gasleitung ca. 6 kleinere Bäume

 

 

Evonik Industries AG

              Insgesamt 35 mittelalte Bäume im Bereich des Schutzstreifens für Produktenleitungen im Bereich Königstraße / Emscher

 

 

 

Grundstückseigentümer Hühnerstraße

              6 Laubbäume und Sträucher durch Grundeigentümer (Flächenpflege und Verkehrssicherung) in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde

 

 

       Reit-Club Oberhausen, Bauerfeld 159

              8 alte Pappeln zwischen Reitanlage und Sportplatz

 

 

       Bildungszentrum des Handwerks

              Hintergelände Kapellenstraße, 1 alte Buche, 1 Bergahorn

 

 

       WBO GmbH

              Am Handbach (nord-östlich der Weseler Straße) ca. 35 mittelgroße und kleine Laubbäume

 

 

                              RVR

              Sturmschäden gab es insbesondere im Bereich Hausmannsfeld. Der Radweg zwischen Essener Straße und Gehölzgarten Ripshorst wurde zeitnah im Frühsommer freigeschnitten. Die Schäden im Bestand auf den Flächen müssen noch beseitigt werden.

 

 

       Bahn AG und Landesbetrieb Straßen

              Beide Betreiber der großen Verkehrswege waren im westlichen Ruhrgebiet lange mit der Beseitigung der Sturmschäden ausgelastet. Die meisten in diesem Zusammenhang durchgeführten Fällmaßnahmen waren ganz überwiegend notwendig. Allerdings gab es auf ca. 80 lfd m an der A 42 im Bereich Arminstraße eine kahlschlagartige Fällung. Der Landesbetrieb Straßen hat eingeräumt, dass diese Maßnahme deutlich über das erforderliche Maß hinausging. Im Übrigen hat der Landesbetrieb angekündigt, dass in der laufenden Fällperiode an Oberhausener Autobahnen keine Fällmaßnahmen geplant sind (Ausnahme für akut verkehrsgefährdende Bäume).

 

 

                       Resümee

 

Oberhausen verfügt über einen naturnahen, standortgerechten, gepflegten  und weitgehend intakten Bestand an Wäldern, Baumgruppen und Einzelbäumen. Erhalt und Pflege dieses Bestandes werden den laufenden Erfordernissen angepasst.

 

Herr Bahne dankt Herrn Hüttner für den vorgestellten Bericht. Anschließend wurden neben grundsätzlichen Fragen auch konkrete Maßnahmen von den Beiratsmitgliedern angesprochen. Zum Koppenburgs Mühlenbach erläutert Herr Halm, dass entlang eines Weges noch einige Weiden beschnitten oder gefällt werden müssen. Zum Thema Laubgraben, der trotz ausreichender Niederschläge kein Wasser führt, werden die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen zwecks Klärung der Angelegenheit kontaktiert. Um zukünftige Sturmereignisse abzumildern, sind nach Mitteilung von Herrn Hüttner vorbeugende Pflegemaßnahmen im Wald nicht geplant. Bei Nachpflanzungen könnte in diesem Zusammenhang jedoch die Wahl der Baumart berücksichtigt werden. Herr Dr. Keil gibt zu bedenken, dass bei einer Wiederbewaldung die Art der Gehölze standortabhängig ist und die Chance zur Naturentwicklung bedacht werden sollte.

 

Online-Version dieser Seite: http://ratsinfo.oberhausen.de/to020?SILFDNR=2587&TOLFDNR=95272&selfaction=print