22.04.2015 - 1.1 Hausärztliche Versorgung in Oberhausen

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Beratung

In der Sitzung des Sozialausschusses vom 25.02.2015 wurde aufgrund eines Antrages der Koalition gem. §2 der Geschäftsordnung ein Bericht zur hausärztlichen Versorgung erbeten.

Dieser wurde nunmehr zur Sitzung des Sozialausschusses vom 22.04.2015 vorgelegt.

Herr Flore erläutert ergänzend, dass durch den Bericht der Ärztekammer  eine Verunsicherung bei den Bürger/innen entstanden ist. Eine von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) bekannt gegebene hausärztliche Überversorgung in Oberhausen hält er nicht für vorstellbar.

Er bittet die geladenen Gäste, Herrn Dr. Vogelsang und Herrn Dr. Kaup um Aufklärung darüber, warum die Kassenärztliche Vereinigung bei Erstzulassungen so hohe Maßstäbe ansetzt.

Laut Herrn Dr. Vogelsang erfolgt die Erstzulassung nach einem Plan, der von der Politik vorgegeben wird. Er bekräftigt den Bericht der KVNO, wonach in Oberhausen tatsächlich eine Überversorgung an Hausärzten besteht. Er gibt jedoch zu bedenken, dass der Altersdurchschnitt der in Oberhausen zugelassenen Ärzte ca. 55 Jahre beträgt. Eine Niederlassungswilligkeit junger Ärzte ist nicht gegeben, da sich das Denkverhalten der jungen Ärzte dahingehend ändert, dass die Arbeitszeit ein großes Problem darstellt. Das steht in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der Patienten pro Hausarzt. Grundsätzlich rechnet man 1600 Patienten pro Hausarzt. In Oberhausen kommen 1800 Patienten auf 1 Hausarzt. Hier ist die Stadt gefragt, Anreize für junge Ärzte und Ärztinnen zu schaffen.

Herr Stelzer berichtet ebenfalls über eine formelle Überversorgung im Bereich der Psychotherapie. Er teilt mit, dass nach eigener durchgeführter Befragung von jungen Ärzten und Ärztinnen, diese in Oberhausen sehr zufrieden sind. Unter anderem führt auch die Höhe der Praxismieten zu dieser Aussage. Beispielsweise wird in Düsseldorf eine doppelt so hohe Praxismiete verlangt. Auch nach seiner Meinung ist zum Thema Hausärztemangel für die Zukunft die Politik gefordert.

Herr Tscharke dankt allen Beteiligten für Ihre Beiträge und bittet die Verwaltung das Schreiben der KVNO zur Verfügung zu stellen. Das Schreiben wird der Niederschrift als Anlage 1 beigefügt.

Herr Dr. Kaup teilt mit, dass oftmals das Regressrisiko ein Problem für junge Ärzte und Ärztinnen darstellt. Ebenfalls kann die Höhe der Gewerbesteuer ein Problem sein. In Düsseldorf sind mindestens 30% mehr Ärzte und Ärztinnen erforderlich. Die Ärztekammer ist bestrebt, möglichst viele junge Menschen entsprechend auszubilden. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Zukunft keine Probleme bringt. Die Wartezeit bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen stellt jetzt schon ein Problem dar.

Herr Dr. Karbach teilt mit, dass das Thema der KVNO vom Bereich Gesundheitswesen mit begleitet wird, die Einflussnahme ist jedoch sehr gering. Junge Ärzte und Ärztinnen zu akquirieren ist allerdings eine gesamtstädtische Aufgabe.

Herr Flore merkt noch einmal an, dass es ebenso Aufgabe der Politik ist, diese Entwicklung im Auge zu behalten.

Herr Runkler regt an, ein durch die Stadt moderiertes Fachgespräch zwischen den Experten und Expertinnen und der Politik zu initiieren, welches ca. Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres stattfinden soll.

Frau Oberste-Kleinbeck gibt diese Anregung als Prüfauftrag an die Verwaltung, Dezernat 4, Gesundheitswesen, weiter.

Herr Tscharke regt an, den Kreis um Fachärzte und -ärztinnen zu erweitern und bittet, in einer der nächsten Sitzungen über die mögliche Zusammensetzung und den Termin des Runden Tisches zu informieren.

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

 

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Anlagen

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